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Herausforderung Coronavirus: KV Nordrhein sichert ambulante Versorgung auch in Krisenzeiten

06.03.2020 Pressemitteilungen

Statement des KVNO-Vorsitzenden Dr. med. Frank Bergmann

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hat schon sehr frühzeitig einen Krisenstab eingerichtet und dadurch in den vergangenen Tagen eine Vielzahl an Initiativen und Entscheidungen sehr kurzfristig auf den Weg gebracht, um die aktuelle Krisensituation mit ihren Mitgliedern zu meistern und die Ausbreitung des Coronavirus im Rheinland einzudämmen. Dazu erklärt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein:

"Die weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu stoppen bzw. zumindest zu verlangsamen, ist derzeit eine unserer wichtigsten Aufgaben. Die KVNO arbeitet engagiert an der Eindämmung des Erregers sowie daran, die ambulante Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen und die Praxen in dieser Krisensituation bestmöglich zu unterstützen. Dabei werden wir tatkräftig auch von unseren Kreisstellen unterstützt.

Das Foto zeigt das Diagnosezentrum für Patienten mit Verdacht auf eine Coronainfektion

Diagnosezentrum für Patienten mit Verdacht auf eine Coronainfektion.

Zur Stabilisierung der ambulanten Versorgung im besonders betroffenen Kreis Heinsberg haben wir am Mittwoch, 4. März, zusammen mit dem Hermann-Josef-Krankenhaus in Erkelenz eine mobile Arztpraxis als Diagnosezentrum für Patienten mit Verdacht auf eine Coronainfektion errichtet. Sie befindet sich in der West-Promenade im Willy-Stein-Stadion und kann von Patienten nach vorheriger Terminvereinbarung unter der kostenlosen Rufnummer 11 6 11 7 an allen Wochentagen von 8 bis 18 Uhr aufgesucht werden.

Um die Regelversorgung im Kreis Heinsberg aufrechtzuerhalten, statten wir aktuell die Praxen vor Ort bedarfsgerecht mit von uns unter großem Aufwand erworbenen Schutzmaterialien aus. Zudem haben wir in einem ersten Schritt unsere Notdienstpraxen bereits mit entsprechendem Material ausgestattet.

Die Bereitstellung von Schutzausrüstungen gehört zwar nicht zu unseren originären Aufgaben als KV, wir gehen hier aber bewusst in Vorleistung, um die Versorgung der Patienten zu sichern und das Personal in den Praxen vor Infektionen zu schützen. So haben wir bereits über 5.000 FFP-Masken, rund 30.000 Schutzkittel sowie über 80.000 Schutzhauben bereitgestellt. Allein weitere insgesamt 30.000 FFP-Masken befinden sich aktuell im Zulauf.

Zur Beantwortung von Patientenfragen aus Nordrhein sowie zur Steuerung möglicher Verdachtsfälle haben wir die kostenlose Patienten-Hotline 11 6 11 7 der Arztrufzentrale NRW schon zum 1. März personell aufgestockt und technisch so modifiziert, dass vorrangig Anrufer aus dem Kreis Heinsberg, aber auch Anrufer aus anderen Landesteilen Antworten auf Fragen zum Coronavirus erhalten. Zudem organisieren wir - unterstützt von der Ärztekammer Nordrhein - in der Arztrufzentrale zur medizinischen Beratung von Patienten einen ärztlichen Hintergrunddienst. Für die jetzt zunehmend kooperativ mit den Gesundheitsbehörden entstehenden regionalen Diag-nosezentren oder für mobile Abstrich-Teams gewinnen wir fortlaufend freiwillige Ärzte aus ganz NRW.

Gestern hat ein solches, vom städtischen Gesundheitsamt betriebenes Zentrum in Düsseldorf in Kooperation mit der KV Nordrhein seinen Betrieb aufgenommen. Niedergelassene Vertragsärzte versehen dort ihren Dienst. Eine ähnlich hervorragende Zusammenarbeit gibt es unter anderem in der Stadt Köln und im Kreis Heinsberg.

Wir stellen aber auch fest, dass offenbar nicht alle lokalen Gesundheitsbehörden sich ihrer Rolle und Verantwortung im Kontext einer Pandemie bewusst sind. Wir appellieren deshalb ganz deutlich an alle Beteiligten, ihre Aufgaben, etwa bei der Einrichtung lokaler Diagnosezentren, wahrzunehmen. Unsere Bereitschaft zu enger Kooperation betone ich ausdrücklich.

Die nordrheinischen Praxen werden von uns kontinuierlich über neue und für sie relevante Entwicklungen informiert. Mit den Apotheken sind wir in ständigem Austausch, um die in den Praxen benötigten Mengen an Desinfektionsmitteln zu besorgen.

Wir haben es derzeit mit einer sehr dynamischen Lage zu tun. Niemand kann die weitere Entwicklung bei der Ausbreitung des Erregers derzeit abschätzen. Viele Menschen sind daher zurzeit verunsichert und es besteht ein großer Beratungsbedarf. Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte vor Ort sind deshalb für viele Patienten die ersten Ansprechpartner. Klar ist aber auch: Es besteht kein Grund zur Panik. Die Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken, ist nach wie vor gering.

Bürgern, die sich informieren wollen, empfehlen wir das umfassende Informations- und Beratungsangebot der 11 6 11 7 und anderer kommunaler Hotlines anzunehmen. Sofern Symptome wie Husten, Fieber und Atemnot vorliegen und es einen physischen Kontakt mit einem bereits Infizierten gegeben hat oder man in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet war, sollte man sich telefonisch an die Hausarztpraxis oder ggf. an die 11 6 11 7 wenden. Die Ärztin bzw. der Arzt entscheidet, ob ein Virustest sinnvoll ist.

Helfen Sie mit, dass unsere niedergelassenen Ärzte handlungsfähig und gesund bleiben und die medizinische Versorgung von Patienten - insbesondere auch mit chronischen Erkrankungen – aufrechterhalten können."