Logo der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Navigation

Herausforderung Coronavirus: NRW-Gesundheitsminister Laumann zu Gast bei Sondersitzung der KV Nordrhein

02.03.2020 Gesundheitstipps, Pressemitteilungen

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hat am Freitagabend (28. Februar) wegen der Ausbreitung des Coronavirus zu einer Sondersitzung der Kreisstellenvorsitzenden der KV und der Ärztekammer Nordrhein eingeladen, um wichtige aktuelle Fragen rund um die Versorgung zu klären. An der angeregten Diskussion beteiligten sich auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und sein Staatssekretär Edmund Heller sowie Vertreter der Gesundheitsämter unter anderem aus Düsseldorf und dem besonders betroffenen Kreis Heinsberg.

Alle Beteiligten betonten die Notwendigkeit enger Zusammenarbeit und bekräftigen ihren Willen, gemeinsam unter Hochdruck daran zu arbeiten, die Ausbreitung des Coronavirus SARS-COV-2 in NRW so weit wie möglich einzudämmen. Geklärt wurden auch die Aufgaben der Niedergelassenen, die ihre Verpflichtung zur Versorgung der Bevölkerung uneingeschränkt anerkannten und eine enge Zusammenarbeit mit den Kommunen in Aussicht stellten oder bereits eingegangen sind - wie derzeit im Kreis Heinsberg oder auch in der Stadt Köln, wo alle Akteure bereits eng kooperieren.

"Teamwork auf allen Ebenen ist das Gebot der Stunde. Es bringt nichts, einseitige Forderungen zu stellen oder ohne Absprachen Erwartungen zu formulieren, die nicht erfüllt werden können", sagte Dr. med. Frank Berg-mann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. "Weder die Vertragsärzte-schaft noch der öffentliche Gesundheitsdienst noch der stationäre Bereich können diese Krise alleine bewältigen", betonte Bergmann. "Wir brauchen eine sehr gut informierte Öffentlichkeit. Ängste und Panik dürfen erst gar nicht entstehen, zumal wir die meisten Patienten aufgrund des zumeist harmlosen Verlaufs der Erkrankung ambulant versorgen können." Dabei benötige die Ärzteschaft Unterstützung durch die Politik - vor allem bei der Bereitstellung der für Tests von Patienten notwendigen Schutzkleidung. Der KV Nordrhein ist es in den vergangenen Tagen bereits gelungen, Schutzanzüge und Atemschutzmasken in größerem Umfang zu besorgen, um damit im ersten Schritt die Notdienstpraxen in Nordrhein auszustatten.

Hotline 11 6 11 7 als Anlaufstelle

Eine wesentliche Rolle bei der Information und strukturierten Versorgung der Bevölkerung spielt die Hotline 11 6 11 7, die zentrale Rufnummer des ambulanten Bereitschaftsdienstes, die seit Jahresbeginn rund um die Uhr erreichbar ist und bei der nun besorgte Bürgerinnen und Bürger auch in Sachen Corona gezielt anrufen können. Auch Ärztinnen und Ärzte werden bei der Hotline zum Einsatz kommen, um Anrufer medizinisch zu beraten. "Wir wollen so viel wie möglich telefonisch abklären", so Bergmann. Er lobte ausdrücklich, wie der besonders betroffene Kreis Heinsberg mit der Krise umgehe. Gesundheitsamt, Niedergelassene und Kliniken arbeiteten dort eng zusammen.

Verbleib im häuslichen Umfeld hat Vorrang

"Der Kreis zeigt uns im Augenblick, wie es geht", sagte auch NRW-Gesundheitsminister Laumann. Noch handele es sich bei Corona um eine "lokale Situation", aber "es wird möglicherweise nicht so bleiben". Laumann betonte, dass der ambulante und stationäre Bereich gut verzahnt werden müssten - aktuelles Beispiel ist unter anderem die Organisation an der Uniklinik in Köln, wo ein mehrstufiges strukturiertes Verfahren angewendet wird.

Der Minister machte deutlich, dass es einer ärztlichen Entscheidung für einen Test bedürfe und nicht große Bevölkerungsteile sozusagen "vorbeugend" getestet werden könnten. Er sagte zu, dass sich das Ministerium um die Bereitstellung von Material kümmern werde - auch in Abstimmung mit dem Bund, da möglicherweise eingelagerte Materialien für den Katastrophenschutz verwendet werden könnten. Eine entsprechende Ausrüstung, die medizinisches Personal vor Infektion schützt, ist die Voraussetzung für Testungen von Patienten, die im häuslichen Umfeld verbleiben - eines der aktuell wichtigsten Ziele von Politik und Medizinern. "Bei unkomplizierten Krankheitsverläufen ist die häusliche Quarantäne ebenfalls ein Mittel zur Versorgung infizierter Personen - genauso, wie eine leichte Grippe kein Grund für einen Krankenhausaufenthalt ist", sagte Laumann. Abschließend wiederholten alle Teilnehmer der Sondersitzung ihren Appell an die Patienten: Arztpraxen oder Krankenhausambulanzen nicht ohne Voranmeldung aufzusuchen - so lautet die eindeutige Botschaft.