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Verordnungssoftware: Aktuelle Änderungen

12.08.2020 KVNO aktuell, Verordnungsinfos

Mit dem Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) wurde die sogenannte Ersatzverordnung eingeführt. Sie ist seit 1. Juli 2020 über die Praxissoftware abbildbar. Wenn aufgrund eines Arzneimittelrückrufs oder aufgrund einer von der zuständigen Behörde bekannt gemachten Einschränkung der Verwendbarkeit erneut ein Arzneimittel verordnet werden muss, ist die erneute Verordnung zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung zuzahlungsfrei.

Darüber hinaus gilt eine Ersatzverordnung im Falle einer Wirtschaftlichkeitsprüfung als Praxisbesonderheit. Beispiele sind der Rückruf von Emerade oder die Rückrufe unterschiedlicher Sartane, die auch Auslöser für die Gesetzesänderung gewesen sind.

Eine Ersatzverordnung ist besonders zu kennzeichnen: Über der Verordnungszeile ist "Ersatzverordnung gemäß § 31 Absatz 3 Satz 7 SGB V" aufzutragen (Pflichtfunktion P3-630). Zusätzlich zu dem Aufdruck erfolgt eine automatische Kennzeichnung über das Statusfeld im Personalienfeld. Die Vorgaben gelten nicht, wenn einzelne Arzneimittel nicht lieferbar sind und deswegen ein anderes Arzneimittel verordnet werden muss. Auf der Ersatzverordnung darf nur das Arzneimittel verordnet werden, das das zurückgerufene ersetzt.

Weitere Neuerung: Seit Juli 2020 wird die Verordnungssoftware in Arztpraxen 14-tägig aktualisiert. Informationen zur frühen Nutzenbewertung, die in aufbereiteter Form abrufbar sind, werden wahrscheinlich erst zum nächsten Quartal in die Verordnungssoftware übernommen. Wir werden darüber in der nächsten Ausgabe von KVNO aktuell berichten.

HON