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DMP: Sonderregelung bei Dokumentation und Schulung

11.08.2020 KVNO aktuell, Praxisinfos, Verträge

Um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden, dürfen die quartalsbezogenen Kontrolluntersuchungen in den Disease- Management-Programmen (DMP) ausfallen, wenn es medizinisch vertretbar ist. Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte dazu die DMP-Dokumentationspflicht für die ersten drei Quartale ausgesetzt. Diese Aussetzung wurde nun um das vierte Quartal verlängert. Die verpflichtende Teilnahme an Schulungen wurde bereits für alle vier Quartale aufgehoben.

Aktuell gilt daher im DMP: Die Erstellung der Folgedokumentationen aufgrund der Corona-Pandemie ist im gesamten Jahr 2020 nicht verpflichtend. Fehlende Folgedokumentationen führen daher nicht zu einer Beendigung der Patienten-Teilnahme durch die Krankenkassen.

Die bisherigen Regelungen und Leistungsinhalte zur Abrechnung von DMP-Leistungen bestehen grundsätzlich unverändert fort. Somit können auch nur vollständig durchgeführte und an die Datenstelle übermittelte Dokumentationen abgerechnet werden.

Wichtig: Dort, wo Folgedokumentationen weiterhin erstellt werden können, müssen Ärzte die Ausfüllhinweise im Bereich "empfohlene Schulung wahrgenommen" beachten, um Ausschreibungen der Patienten aus den DMP-Programmen zu verhindern. Sofern eine empfohlene Schulung aufgrund der Pandemiesituation nicht stattfinden kann oder der Patient deshalb nicht daran teilgenommen hat, muss im dafür vorgesehenen Dokumentationsfeld "war aktuell nicht möglich" angegeben werden. Wird hier nur "Nein" bei der Teilnahme angegeben, kann die Krankenkasse den Patienten aus dem Programm ausschreiben.

Sollte der Arzt bei der letzten Dokumentation keine Schulung empfohlen haben, ist dies in der aktuellen Dokumentation anzugeben. Die Angabe führt nicht zum Ausschluss des Patienten aus dem Programm. Diese Einschätzung sollte sich auch in der Angabe bei "Schulung empfohlen" in der aktuellen Dokumentation wiederfinden, um Rückfragen der Krankenkassen zu vermeiden.

Die Regelung zur telemedizinischen Erbringung von DMP-Schulungen wurde bis 30. September 2020 verlängert. Danach können im dritten Quartal medizinisch erforderliche Schulungen auch mittels Video erbracht und dabei von der gegebenenfalls vorgegebenen Mindestgruppengröße auf mindestens eine Person abgewichen werden. Voraussetzung ist, dass der Arzt bereits über eine Abrechnungsgenehmigung dieser Schulung durch die KV Nordrhein verfügt und die Schulung über ein von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zertifiziertes Kommunikationsmittel (Video) erbringt.

Zur Abrechnung sind die regulären Symbolnummern zu verwenden. Die Vergütung bleibt unverändert; eine gesonderte Vergütung für eventuelle Einzelschulungen ist nicht vereinbart. Eine einfache telefonische Beratung stellt keine Schulung in diesem Sinne dar. Neben der Schulung ist eine zeitgleiche Abrechnung als Videosprechstunde oder telefonische Beratung (GOP 01435) ausgeschlossen.

Auch die Fortbildungspflicht bei den DMP-Verträgen wurde um ein weiteres Quartal bis zum 31. März 2021 verlängert.