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Zweitmeinung künftig auch bei geplanter Schulterarthroskopie

20.03.2020 KVNO aktuell, Praxisinfos

Patienten sollen künftig – neben Operationen an den Rachenmandeln und Gebärmutterentfernungen – auch bei geplanten arthroskopischen Eingriffen am Schultergelenk Anspruch auf eine ärztliche Zweitmeinung haben. Das Bundesgesundheitsministerium hat die entsprechende Ergänzung der Zweitmeinungs-Richtlinie vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) genehmigt. Der Beschluss tritt in Kürze in Kraft.

Patienten können somit künftig bei einem qualifizierten Arzt eine zweite Meinung zur Notwendigkeit einer Gelenkspiegelung an der Schulter einholen und sich zu alternativen Behandlungsmöglichkeiten beraten lassen. Die Genehmigung zur Abrechnung von Zweitmeinungsleistungen bei planbaren Schulterarthroskopien können Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie für Physikalische und Rehabilitative Medizin nach der Veröffentlichung des G-BA-Beschlusses im Bundesanzeiger bei ihrer KV beantragen.

Das Foto zeigt einen Mann, der einer Ärztin zusieht, wie sie etwas an einem Schaubild erklärt.

Patienten können künftig vor arthroskopischen Eingriffen am Schultergelenk eine zweite ärztliche Meinung einholen.

Ärzte sind verpflichtet, Patienten über ihren Rechtsanspruch auf eine Zweitmeinung zu informieren, wenn sie die Indikation für einen dieser planbaren Eingriffe stellen.

Die Abrechnung der Zweitmeinung ist im neuen Abschnitt 4.3.9, „Ärztliche Zweitmeinung“, im Allgemeinen Teil des EBM geregelt. Danach rechnet der Arzt, der die Zweitmeinung abgibt, für den Patienten seine jeweilige arztgruppenspezifische Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale ab. Sind für seine Beurteilung ergänzende Untersuchungen notwendig, kann er diese ebenfalls durchführen, muss sie aber medizinisch begründen.