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Aktuelle Fragen an die Serviceteams – und deren Antworten: Früherkennung Gebärmutterhalskrebs

03.02.2020 KVNO aktuell

Das geänderte Programm zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs ist zum 1. Januar 2020 gestartet. Die Antworten auf häufige Fragen hierzu haben wir für Sie zusammengestellt.

Woran sieht der „Überweisungsempfänger“ auf dem Muster 39, welche Leistungen von ihm erbracht werden sollen?

Der Gynäkologe trägt seine Untersuchungsergebnisse in Muster 39 ein. Wenn er die Zytologie ebenfalls durchführt, trägt er diese ebenso ein. Somit bleibt für den Empfänger von Muster 39 der HPV-Test offen. Das Ergebnis des HPV-Tests wird mittels Muster 39a an den Gynäkologen zurückgeschickt, der das Ergebnis bei seiner Befundung berücksichtigen muss.

Wird die Probe an einen Arzt weitergeleitet, der sowohl die Zytologie als auch den HPV-Test erbringen darf, füllt dieser die entsprechenden Felder aus und schickt das Muster 39 an den veranlassenden Gynäkologen zurück.

Überweist der Gynäkologe zu einem Zytologen, der keine Genehmigung für HPV hat, würde dieser das Zytologie-Ergebnis eintragen und zur Veranlassung des HPV-Tests Muster 39 mit dem Untersuchungsmaterial an einen Laborarzt oder Pathologen weiterleiten. Dieser muss dann das Ergebnis des HPV-Tests auf Muster 39 eintragen und an den Zytologen zurückschicken. Dieser muss das HPV-Testergebnis bei seiner Befundung berücksichtigen und schickt dann das Muster 39 an den Gynäkologen zurück.

Die Patientinnen haben einen jährlichen Anspruch auf eine Vorsorge nach GOP 01760 (klinische Untersuchung) oder 01761 (Primärscreening). Bleibt es bei der Regelung, dass hier nur das Kalenderjahr entscheidend ist?

Nein. Im EBM gibt es die Regelung, dass die 01760 oder 01761 nicht im gleichen Krankheitsfall abgerechnet werden können. Das bedeutet, dass eine Patientin immer im gleichen Quartal einen Anspruch auf die GOP 01760 oder 01761 hat.

Wir führen die zytologischen Untersuchungen durch, machen aber den HPV-Test nicht selbst. Können wir für den HPV-Test weiter überweisen?

Ausschließlich für Zytologen gilt: Sofern die zytologische Untersuchung und der HPV-Test nicht in derselben Praxis durchgeführt werden können, kann der HPV-Test mittels Muster 10 mit der Kennzeichnung „präventiv“ als Weiterüberweisung veranlasst werden. Hierbei kann der Erstveranlasser angegeben werden. Die Abrechnung des HPV-Tests erfolgt dann auf Muster 10 (Scheinart 27).

Wann kann die GOP 01760 abgerechnet werden?

Patientinnen, die über 35 Jahre alt sind und sich für die Kombiuntersuchung entschieden haben, können trotzdem jährlich zur klinischen Untersuchung kommen – dann allerdings ohne den Anspruch auf einen Abstrich. Hier kommt die GOP 01760 zur Abrechnung. Wenn anspruchsberechtigte Patientinnen von 20 bis 34 Jahren sich für eine Untersuchung ohne Abstrich entscheiden, wird auch hier die GOP 01760 angesetzt. Die Dokumentation der GOP 01760 erfolgt nur in den Akten der Patientinnen und nicht nach Muster 39.

Gibt es eine Liste der Ärzte, die die Abklärungskolposkopie durchführen?
Auf dem neuen Muster 39 sind keine Felder für Blutdruck und Urintest aufgeführt. Müssen diese Untersuchung trotzdem erbracht werden?

Nein, Blutdruckmessung und Urintest sind in der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) und in der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) nicht als Bestandteil der klinischen Untersuchung aufgeführt.

Kann die GOP 01825 (Entnahme/Abstrich) im Rahmen der Empfängnisregelung neben der 01761 (Primärscreening) abgerechnet werden?

Nein, sie sind am Behandlungstag ausgeschlossen.

Kann die GOP 01761 (Primärscreening) auch bei einer berechtigten Patientin ohne Gebärmutter abgerechnet werden?

Nein, da der erforderliche und in der Leistung enthaltene Zervixabstrich nicht entnommen werden kann, ist nur die klinische Untersuchung 01760 berechnungsfähig. Ein alternativer Abstrich aus beispielsweise der Scheide ist hier laut Richtlinie nicht möglich.

Wie kann ein kurativer Abstrich abgerechnet werden?

„Entnahme und Aufbereitung von Abstrichmaterial zur zytologischen Untersuchung“ und „Entnahme und ggf. Aufbereitung von Abstrichmaterial zur mikrobiologischen Untersuchung“ sind im Anhang 1 aufgeführt und somit in der Grundpauschale enthalten.