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DMP-Bericht Versorgungsqualität weiter gestiegen

03.02.2020 DMP, KVNO aktuell

In Nordrhein wurden im Jahr 2018 über 900.000 Patienten in Disease-Management-Programmen (DMP) betreut. Das sind 41 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Der Qualitätsbericht 2018 der Gemeinsamen Einrichtung DMP Nordrhein zeigt, dass sich die Versorgungsqualität der in den DMP betreuten Patienten in substanziellen Bereichen deutlich verbessert hat.

DMP Typ-2-Diabetes: Positiv ist vor allem die geringe Zahl schwerer Hypoglykämien. Der Anteil an relevanten Kontrolluntersuchungen wie zur Nierenfunktion und zum Fußstatus als auch von Diabetes-Schulungen ist erneut gestiegen. „Die regelmäßigen Kontrollen der Netzhaut und die Überweisung von Patienten mit Ulzera sind noch stärker zu intensivieren“, sagt Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorsitzender der KV Nordrhein. Denn dann dürften die Quoten von Amputationen und Erblindungen weiter kontinuierlich zurückgehen.

Typ-1-Diabetes: Auch hier lassen sich positive Ergebnisse feststellen. „Vor dem Hintergrund der langen Erkrankungsdauer und dem Vermeiden oder zumindest Hinauszögern von Spätkomplikationen ist bei dieser Diabetesart wichtig, dass künftig noch mehr Patienten ihren jeweils individuell vereinbarten HbA1c-Wert erreichen“, sagt Matthias Mohrmann, Mitglied des Vorstands der AOK Rheinland/Hamburg, im Namen der gesetzlichen Krankenkassen in Nordrhein.

DMP Asthma bronchiale: Trotz einer im Vergleich zu den anderen internistischen DMP deutlich jüngeren Patientengruppe nimmt auch die Zahl der im DMP Asthma bronchiale betreuten erwachsenen Patienten weiter zu. Hier gelingt es sehr gut, stationäre Behandlungen zu vermeiden, eine gute Symptomkontrolle zu erreichen, die Quote einer Schulungswahrnehmung zu steigern und auch in hohem Maß inhalative Kortikosteroide zu verordnen. „Verbessert werden kann allerdings die Quote derjenigen Patienten, denen ein Selbstmanagementplan ausgehändigt wird“, meint Matthias Mohrmann.

DMP Brustkrebs: Seit 2018 steht beim DMP Brustkrebs die Nachsorge im Fokus. Hierzu wurden sowohl die Dokumentationen als auch die zu erreichenden Qualitätsziele fast vollständig neu gefasst und bei vielen der neuen Qualitätsindikatoren konnten die gewünschten Quoten bereits 2018 erreicht werden. Dies trifft zum Beispiel zu auf das Erfragen möglicher Nebenwirkungen einer endokrinen Therapie oder den Kenntnisstand über deren mögliche kardiotoxische Auswirkungen. Aber auch ein körperliches Training wird bereits einem hohen Anteil der Patientinnen nahegelegt. Zudem wird bei fast drei Viertel der Patientinnen eine endokrine Therapie über eine Zeit von fünf Jahren hinaus weitergeführt.

„Die strukturierte Behandlung über die nordrheinischen DMP ist ein Erfolgsmodell, wie die ständig steigende Zahl der teilnehmenden Patienten eindrucksvoll beweist. Unsere Aufgabe wird es künftig sein, neue innova­tive Technologien in die DMP zu integrieren, um einen erweiterten Nutzen für die Menschen zu erzielen“, sagt Matthias Mohrmann, Mitglied des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg.

Sigrid Müller

DMP-Bericht

Den Bericht hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) im Auftrag der Gemeinsamen Einrichtung erstellt. In dieser Einrichtung arbeiten Krankenkassen und KV Nordrhein zusammen.