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ASV: Neue Indikationen: Lungentumoren und Sarkoidose

30.01.2020 KVNO aktuell, Praxisinfos

Künftig können auch Patienten mit Lungentumoren und Sarkoidose im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) behandelt werden. Das ASV-Team zur Diagnostik und Behandlung von Patienten mit Tumoren der Lunge und des Thorax muss sich aus ambulanten und stationären Ärzten zusammensetzen.

Die Teamleitung kann ein Pneumologe, Hämatoonkologe oder Thoraxchirurg übernehmen. Diese Ärzte bilden auch das Kernteam, das noch um einen Strahlentherapeuten ergänzt wird. Werden im ASV-Team Patienten mit Herztumoren behandelt, muss dem Team zusätzlich auch ein Herzchirurg oder Kardiologe angehören.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) gibt in der neuen Anlage 1.1a Tumorgruppe 5 zur ASV-Richtlinie zudem sachliche und organisatorische Anforderungen vor. Dazu gehören unter anderem Mindestmengen: So muss das ASV-Team pro Jahr mindestens 70 Patienten behandeln. Darüber hinaus gelten arztbezogene Mindestmengen analog zur Onkologie-Vereinbarung.

Patienten, die an der seltenen Erkrankung Sarkoidose leiden, können künftig in der ASV von spezialisierten Teams aus Pneumologen und Rheumatologen behandelt werden. Um an der ASV teilnehmen zu können, muss das Kernteam pro Jahr mindestens 50 Patienten mit Verdachts- beziehungsweise gesicherter Diagnose behandeln.

Zudem muss eine 24-Stunden-Notfallversorgung einschließlich einer intensivmedizinischen Behandlung möglich sein sowie eine Zusammenarbeit mit sozialen Diensten, physikalischer Therapie und Transplantationszentren (Lunge). Das Bundesgesundheitsministerium prüft derzeit noch diese Beschlüsse des G-BA vom 19. Dezember 2019.