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Neue Marker für Präeklampsie und Ovarialkarzinom im EBM

25.09.2019 KVNO aktuell, Praxisinfos

Zur Diagnostik einer Präeklampsie in der Schwangerschaft wurden zum 1. Oktober 2019 zwei neue Marker in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen jetzt die Kosten für die Bestimmung der PIGF-Konzentration und des sFlt-1/PIGF-Quotienten. Neu aufgenommen wurde zudem ein weiterer Tumormarker für das Ovarialkarzinom.

Präeklampsie: Für die Messung der PIGF-Konzentration wurde die GOP 32362 (19,40 Euro) in den EBM aufgenommen. Die Bestimmung des sFlt-1/PIGF-Quotienten ermöglicht für einen Zeitraum von vier Wochen den Ausschluss einer fraglichen Präeklampsie mit hoher Wahrscheinlichkeit. Hierfür sind zwei getrennte Analysen notwendig. Ärzte können diese mit der GOP 32363 (62,25 Euro) abrechnen. Die Präeklampsie-Marker dürfen unter anderem in Rechnung gestellt werden, wenn eine fetale Wachstumsstörung vorliegt oder ein neu auftretender oder bestehender Hypertonus bei der Mutter.

Die beiden GOP 32362 und 32363 sind höchstens dreimal im Behandlungsfall berechnungsfähig, allerdings nicht nebeneinander an einem Behandlungstag. Die Vergütung der neuen Leistungen erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV). Am Ende der zweijährigen Frist werden sie in die MGV überführt, wenn die Mengenentwicklung eine weitere extrabudgetäre Vergütung nicht erfordert.

Ovarialkarzinom: Ebenfalls wurde der Tumormarker HE 4 in den EBM aufgenommen. Er hat bei der Primär- und Rezidivdiagnostik eines Ovarialkarzinoms vergleichbare Eigenschaften wie der bisher unter der GOP 32390 aufgeführte Marker CA 125. Deshalb wurde der Marker in diese GOP integriert und wird seit 1. Oktober über die Ziffer 32390 (10,60 Euro) abgerechnet.