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Mutterschaftsvorsorge: routinemäßige Urintest gestrichen

25.11.2019 KVNO aktuell, Praxisinfos

Bei Schwangeren wird der Urin nur noch in besonderen Fällen auf Bakterien untersucht. Die regelhafte Urinuntersuchung wurde aus den Mutterschafts-Richtlinien gestrichen. Ein entsprechender Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist bereits Ende Mai 2019 in Kraft getreten.

Grund für die Änderung: Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zum Nutzen des Urinsediments keine Studien gefunden. Internationale Leitlinien empfehlen ein einmaliges Screening durch Kultur aus Mittelstrahlurin. Auch dieses Vorgehen ist aus Sicht des IQWiG nicht ausreichend belegt.

In besonderen Fällen – beispielsweise bei auffälligen Symptomen, rezidivierenden Harnwegsinfektionen in der Anamnese, Zustand nach Frühgeburt oder erhöhtem Risiko für Infektionen der ableitenden Harnwege – bleibt der Anspruch auf bakteriologische Urinuntersuchungen weiter bestehen. Diese sind dann Inhalt der Vorsorgeleistung. In diesen Fällen kann der Arzt bei der Mutterschaftsvorsorge auch weiterhin eine Urinuntersuchung durchführen.

Sofern die Untersuchung des Urinsediments durchgeführt wird, unterliegt diese weiterhin der Ringversuchspflicht (Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung labormedizinischer Untersuchungen).