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Änderungen im Heilmittelbereich ab 1. Januar 2018

18.12.2017 Verordnungsinfos

Vertragsärzte können ab dem 1. Januar 2018 Patienten mit seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen und Mukoviszidose erstmals Ernährungstherapie als Heilmittel zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnen. Ziel ist es, die Versorgung dieser Patienten zu verbessern und eine wohnortnahe Versorgung mit Ernährungstherapie sicherzustellen.

Für die Verordnung von Ernährungstherapie nutzen Niedergelassene das überarbeitete Formular 18, auf dem bisher Ergotherapie verordnet wird. Der Formulartitel wurde um den Begriff „Ernährungstherapie“ ergänzt, das Formular inhaltlich aber nicht verändert. Die bisher genutzten Formulare können zunächst aufgebraucht werden. Die Vordruckerläuterungen zu Formular 18 wurden inhaltlich erweitert, um die neuen Anforderungen für die Verordnung von Maßnahmen der Ernährungstherapie zu verdeutlichen.

Zudem hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Anlage 2 der Heilmittel-Richtlinie um die Indikationen für Ernährungstherapie ergänzt. Damit gelten ab dem 1. Januar 2018 auch Heilmittelverordnungen bei Indikationen für Ernährungstherapie als langfristiger Heilmittelbedarf im Sinne der Heilmittel-Richtlinie.

Korrekturen der Diagnoselisten

Darüber hinaus wurden einige inhaltliche Korrekturen an den Diagnoselisten zum langfristigen Heilmittelbedarf und der besonderen Verordnungsbedarfe (ehemals Praxisbesonderheiten) vorgenommen, die ebenfalls zum 1. Januar 2018 umgesetzt werden. Unter den ICD-10-Codes für systemische Sklerosen/Sklerodermie (M34.-) wurde die Diagnosegruppe SB1 „Wirbelsäulenerkrankungen“ gestrichen. Ersetzt wurde sie durch SB7 „Erkrankungen mit Gefäß-, Muskel- und Bindegewebsbeteiligung, insbesondere systemische Erkrankungen“. Des Weiteren wurde unter der Erkrankung Torticollis spasticus (G24.3) die Diagnosegruppe WS2 „Wirbelsäulenerkrankungen“ gestrichen. Sie wurde durch die Diagnosegruppen ZN1 und ZN2 „ZNS-Erkrankungen einschließlich des Rückenmarks“ ersetzt.

Regionale besondere Verordnungsbedarfe in der Praxissoftware

Ab dem 1. Januar 2018 enthalten die Praxisverwaltungssysteme (PVS) Informationen zu den regionalen besonderen Verordnungsbedarfen. Die zugrunde liegende Diagnoseliste des langfristigen Heilmittelbedarfs wird durch den G-BA, die Diagnoseliste über besondere Verordnungsbedarfe durch die Kassenärztlichen Bundesvereinigung und den GKV-Spitzenverband definiert. Letztere hatten sich darauf verständigt, dass auch die Möglichkeit bestehen soll, die zwischen den regionalen Vertragspartnern vereinbarten besonderen Verordnungsbedarfe in den PVS anzuzeigen.