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Sicherstellungskongress: Bundesminister Gröhe informiert sich am KVNO-Stand über NPPV-Projekt

28.06.2017 Pressemitteilungen

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat den Sicherstellungskongress der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) besucht. Vor Ort informierte er sich ausführlich über das Projekt „Neuropsychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung (NPPV)“ der KV Nordrhein.

Am Stand der KV Nordrhein erläuterte KVNO-Chef Dr. med. Frank Bergmann Gröhe und Dr. med. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, was die Projektpartner mit dem im April gestarteten und vom Innovationsfonds geförderten Projekt vorhaben. „Wir wollen damit eine gestufte und koordinierte Versorgung von Menschen mit neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen etablieren, von der die Patienten ebenso profitieren wie die teilnehmenden Ärzte und Therapeuten“, sagte Bergmann. Dazu werden wir neue Techniken zur Vernetzung erproben und hoffen, damit eine Blaupause für weitere Projekte zu schaffen.“    

Die KVNO ist eine von 30 Ausstellern, die heute in Berlin Lösungsansätze, Projekte und Kampagnen präsentieren, die einen Beitrag zur Gesundheitsversorgung und zur Sicherstellung der ambulanten Versorgung in der Fläche leisten oder künftig leisten sollen. Die KVen zeigen Beispiele, liefern Fakten und weisen auf Besonderheiten ihrer jeweiligen regionalen Situation hin.

Der Kongress ist das Herzstück der „Woche der ambulanten Versorgung“, mit der das KV-System die Leistungsfähigkeit der ambulanten Versorgung demonstriert. „Auf dem Kongress zeigen die KVen, was sie können und leisten – zum Teil auch weit über Fragen der Sicherstellung hinaus“, sagte Gassen. „Es gibt nicht die eine allgemeine Lösung. Am besten wissen die KVen vor Ort, wie Versorgung funktioniert“, erklärte der KBV-Chef, der mit Hermann Gröhe vor dem Rundgang des Ministers über die Perspektiven der ambulanten Versorgung sprach – mit besonderem Fokus auf die nahende Bundestagswahl im September.

Versorgung umstrukturieren

Gassen formulierte dabei seine Erwartung eines klaren und nachhaltigen Bekenntnisses der Politik zur vertragsärztlichen Versorgung und wiederholte seine Forderung nach einem sinnvollen Abbau von Krankenhauskapazitäten. Dabei gehe es nicht darum, in großem Stil Standorte zu schließen, sondern Strukturen umzuwandeln – sektorenübergreifend, im Notdienst wie in der Regelversorgung.

Gröhe verwies auf das Bekenntnis zur vertragsärztlichen Versorgung im Koalitionsvertrag – „gerne auch im nächsten.“ Er betonte, dass die Patienten ambulante und stationäre Versorgung benötigten und mahnte eine bessere Vernetzung der Sektoren an – durch Schritte zur Digitalisierung ebenso wie zum Beispiel die „Ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV). „Ich wünschte, wir wären da schon einen Schritt weiter.“   

Gassen räumte ein, dass zur Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung auch die engere Zusammenarbeit mit dem stationären Sektor gehöre. „Dazu haben wir konkrete Vorschläge: Wir wollen das Belegarztwesen ausbauen und die vorhandene Versorgungsstruktur in den Regionen dem künftigen Bedarf anpassen.“

Das Bild zeigt Hermann Gröhe, Dr. Andreas Gassen und Dr. Frank Bergmann.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (li.), KBV-Chef Dr. med. Andreas Gassen (Mitte) und KVNO-Chef Dr. med. Frank Bergmann (re.) sprechen über das NPPV-Projekt.

Dies beinhalte, alternative Versorgungsformen zu schaffen: Praxiskliniken, Medizinische Versorgungszentren oder Facharztzentren mit kurzstationären Einheiten. Der KBV-Chef hob hervor, dass die KVen nach wie vor die Versorgung für alle und überall sicherstellten. „Die KVen organisieren weiterhin allein oder gemeinsam mit Partnern die ambulante und wohnortnahe Versorgung – und zwar auch dort, wo sich viele Institutionen bereits zurückgezogen haben.“

Einen komprimierten Überblick über einige Versorgungsprojekte der KVen, die auch auf dem Sicherstellungskongress zu sehen waren, hat die KBV in einem Booklet unter dem Titel „Ohne uns tut’s weh“ zusammengestellt. Die „Woche der ambulanten Versorgung“ endet in Nordrhein mit einem Besuch von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe im Haus der Ärzteschaft an diesem Freitag, 30. Juni, um 19 Uhr.