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Sucht-Selbsthilfegruppe Hoffnung e.V.

Anders als das Gründungsdatum, der 11.11.2011, vermuten lässt, ist „Hoffnung e. V.“ aus Xanten kein Karnevalsverein, sondern eine Selbsthilfegruppe. Die Initialzündung gab das Ehepaar Christa und Norbert Kalisch aufgrund der Alkoholabhängigkeit der Ehefrau. Seitdem kommen bei regelmäßigen Gruppentreffen sowohl jüngere als auch ältere Menschen aus der Umgebung in Xanten zusammen, deren Leben sich zunehmend und irgendwann in der Hauptsache um Suchtmittel dreht. Das können Probleme mit Alkohol, Medikamenten, Drogen, Spielsucht oder Ähnlichem sein.

Mittlerweile hat sich die Selbsthilfegruppe in zwei „Sparten“ unterteilt: Neben der klassischen Betroffenengruppe gibt es auch eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von suchtkranken Menschen. Denn „Sucht ist wie jede Krankheit eine Familienkrankheit“, so Norbert Kalisch. „Angehörige benötigen genauso Hilfe wie suchtkranke Menschen selbst. Ich habe als Angehöriger vieles falsch gemacht, aus Unwissenheit.“ Die Angehörigen sollten sich mit der Erkrankung beschäftigten und wissen, wie damit umzugehen ist – bei Diabetes genauso wie bei Demenz oder Suchtmittelabhängigkeit. In der Gruppe können sie sich offen austauschen, erfahren Unterstützung und werden verstanden.

Den Mitgliedern von „Hoffnung e. V.“ ist Öffentlichkeitsarbeit sehr wichtig. Sie betrachten Sucht nicht als Tabuthema, das nur hinter verschlossenen Türen behandelt wird. Vielmehr ist die ehrenamtliche Präventionsarbeit ein großes Anliegen. Gemeinsam mit der Drogenhilfe Kamp-Lintfort gehen sie in Schulen, um dort mit Kindern und Jugendlichen über alles zu sprechen, was süchtig machen kann. Auf diese Weise erreichen sie mehr als 1000 Schüler pro Jahr.

Direkt mit Betroffenen über typische Suchtverläufe, Ursachen und Wege aus der Sucht zu reden, hat eine viel größere Wirkung als theoretischer Unterricht. Schließlich gibt es auch am Niederrhein übermäßigen Internet- oder Handy-Konsum oder Probleme mit Heroin und Crystal Meth. Im Rahmen einer schulischen Projektwoche ist sogar ein Film über die Selbsthilfegruppe entstanden. Norbert Kalisch: „Generell gilt: Suchtkrank ist man ein Leben lang, die Krankheit ist nicht heilbar, kann aber gestoppt werden, indem man abstinent, also ohne das jeweilige Suchtmittel lebt. Der Sucht-Selbsthilfegruppe Hoffnung e.V. ist es wichtig, allen Suchtkranken aufzuzeigen: Es gibt immer einen Weg aus der Sucht heraus.“