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Gesundheitskompetenz

Wie ernähre ich mich richtig, wie viel Bewegung tut mir gut, zu welchem Arzt muss ich gehen? Wer „gesundheitskompetent“ ist, kennt die Antworten auf solche Fragen. Gesundheitskompetenz beinhaltet das Wissen um eine gesunde Lebensweise sowie das Vermögen, Gesundheitsinformationen im Bedarfsfall zu finden und kritisch einzuordnen.

Die Fähigkeit, im alltäglichen Leben sehr gut Entscheidungen treffen zu können, die sich auf die Gesundheit positiv auswirken, haben laut einer Studie der Uni Bielefeld aus dem Jahr 2017 lediglich sieben Prozent der Deutschen. 38 Prozent verfügen nach eigener Ansicht über eine ausreichende Gesundheitskompetenz. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung, 54 Prozent, ist nur eingeschränkt in der Lage, Gesundheitsrisiken zu vermeiden und sich gut zu informieren. Betroffen sind vor allem Menschen mit einem geringen Bildungsniveau sowie mit Migrationshintergrund.

Digitale Anwendungen

Um allen gesellschaftlichen Gruppen gesundheitliche Chancengleichheit zu ermöglichen, möchte die Politik die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung verbessern. Mehr und mehr benötigt man heutzutage auch digitale Fähigkeiten, wenn man sich im Dickicht des Gesundheitswesens und der Informationsfülle zurechtfinden will. Anfang Februar fand in Berlin eine vom Bundesministerium für Gesundheit veranstaltete Fachtagung zum Thema „Gesundheitskompetenz im digitalen Zeitalter" statt. Der Tagungsbericht mit Themenschwerpunkten, Diskussionen und Ergebnissen lässt sich auf der Seite des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz herunterladen.

Zudem ist für Mitte dieses Jahres geplant, ein nationales Gesundheitsportal freizuschalten. Es soll qualitätsgesicherte und evidenzbasierte Gesundheitsinformationen bieten und Patienten Orientierung geben.

In Kürze dürfen Ärzte und Psychotherapeuten im Rahmen des Digitale-Versorgung-Gesetzes nicht mehr nur Medikamente, sondern auch digitale Gesundheitsanwendungen wie Apps verschreiben. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) legt fest, welche Apps erstattungsfähig sein werden und welche nicht.

Wer sich einen allgemeinen Überblick verschaffen will, welche digitalen Gesundheitsanwendungen es für bestimmte Erkrankungen gibt, wird bei digimeda fündig. Die Datenbank für digitale Medizin gibt einen Überblick über vertrauenswürdige Webseiten und Angebote.

Eine Checkliste für die Nutzung von Gesundheits-Apps hat das Aktionsbündnis Patientensicherheit zusammengestellt. Sie unterstützt bei der Verwendung entsprechender Angebote.