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Katalog für ambulantes Operieren abgestimmt

Seit dem 1. April 2005 gelten beim ambulanten Operieren im stationären Sektor die gleichen Qualitätsvoraussetzungen wie im ambulanten Bereich. Dies stellt der Vorsitzende des Vorstands der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, fest. So hatte das Bundesschiedsamt am 18. März in Berlin entschieden.

Krankenhausärzte müssen nun auch Mindestmengen erbringen

"Krankenhausärzte müssen nun genauso wie niedergelassene Ärzte Mindestmengen erbringen, um eine Leistung weiterhin abrechnen zu dürfen", erläutert Köhler. Wer also beispielsweise Koloskopien durchführen will, muss nachweisen, dass er pro Jahr mindestens 200 Darmspiegelungen vornimmt. Wer interventionelle Kardiologie betreibt, muss auf 150 entsprechende Eingriffe kommen. Und zwar unabhängig davon, ob er die Koloskopie als Arzt in eigener Praxis oder als angestellter Mediziner in der Klinik durchführt.

Der KBV-Vorsitzende ist mit dem vom Bundesschiedsamt festgesetzten Vertrag zufrieden: "Wir haben endlich gleiche Voraussetzungen beim ambulanten Operieren." Damit liege die Qualitätslatte im Krankenhaus und bei den Niedergelassenen gleich hoch.

Die KBV, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und die Spitzenverbände der Krankenkassen hatten sich Anfang März 2005 bereits auf wesentliche Inhalte des Katalogs für ambulante Operationen und stationsersetzende Leistungen geeinigt. Der neue Katalog trat zum 1. April 2005 in Kraft.

Völlig unberührt davon sind die nordrheinischen Sonderverträge zum ambulanten Operieren. Auch hier gibt es indes Neuigkeiten: Mit den Betriebs- und Innungskrankenkassen hat die KV Nordrhein die Strukturverträge zur Förderung Krankenhaus-ersetzender Operationen verlängert. Sie gelten zunächst für das 2. Quartal 2005.

nau

Der Vertrag nach § 115b Abs. 1 des fünften Sozialgesetzbuchs (SGB V) "Ambulantes Operieren und stationsersetzende Eingriffe im Krankenhaus" listet auf 98 Seiten der Anlage 1 zum Vertrag auf, welche Leistungen stationsersetzend – Leistungen, deren Ausführung in der Regel ambulant erfolgt – ambulant erbracht werden können. Er ist in drei Abschnitte gegliedert.

Der erste Abschnitt listet die OPS-Prozedurencodes für ambulant durchführbare Operationen und sonstige stationsersetzende Eingriffe auf, die im EBM 2000plus enthalten sind. Und zwar im Anhang 2 zu Kapitel 31.2 (Ambulante und belegärztliche Operationen). OPS steht für Operationen- und Prozedurenschlüssel Version 2005.

Der zweite Abschnitt beinhaltet die Prozedurencodes, die EBM-Nummern außerhalb von Anhang 2 zu Kapitel 31.2 zugeordnet sind. Im dritten Abschnitt sind die EBM-Nummern angegeben, die keinem OPS-Code zugeordnet werden konnten.