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Typ-1-Diabetes: Kinder und Jugendliche können weiter Analoginsuline erhalten

Stand: 06/2008

Auch für Typ-1-Diabetiker sollten kurzwirksame Insulinanaloga (Insulin Aspart, Glulisin und Lispro) nicht zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordnungsfähig sein, wenn sie teurer als Humaninsulin sind. Das hatte der Gemeinsame Bundesausschuss im Februar 2008 beschlossen. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat den Beschluss teilweise beanstandet: Er soll nicht für Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren gelten.

Den jungen Patienten kann nach Ansicht des Ministeriums eine Eigenverantwortung für die Änderung der Ernährungsgewohnheiten nicht abverlangt werden. Verordnungen von kurzwirksamen Analoginsulinen sollen künftig auch bei erwachsenen Typ-1-Diabetikern zulässig bleiben, die allergisch gegen Humaninsulin sind. Der Beschluss gilt auch nicht für Patienten, bei denen trotz Intensivierung der Therapie eine stabile adäquate Stoffwechsellage mit Humaninsulin nicht erreichbar ist oder war.

Der Gemeinsame Bundesausschuss behält sich vor, gegen die Einschränkung des BMG zu klagen, denn der Entwurf des Ausschusses sah nicht vor, dass Jugendliche auf Humaninsulin umgestellt werden müssen. Der Beschluss der kurzwirksamen Insulinanaloga bei Typ-1-Diabetikern tritt daher noch nicht in Kraft.