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Therapiehinweise sind rechtlich bindend

Stand: 09/2008

Wann ist der Einsatz neuer oder teurer Präparate wirtschaftlich? Diese Frage beantwortet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) regelmäßig in seinen Therapiehinweisen. Die Hinweise sind Bestandteil der Arzneimittelrichtlinien und daher rechtlich bindend – im Gegensatz zu Leitlinien von Fachgesellschaften, die einen Behandlungskorridor vorgeben und nur eine Empfehlung sind.

In diesem Jahr hat der Bundesausschuss vier Hinweise beschlossen. Das Kurzfazit:

  • Sitagliptin (zum Beispiel Januvia)
    „Angesichts fehlender Studien zum Langzeitnutzen und zur Sicherheit einer langfristigen Hemmung der Dipeptidyl-Peptidase-4 ist der Stellenwert von Sitagliptin in der Therapie des Diabetes mellitus unklar.“
  • Exenatide (zum Beispiel Byetta)
    „Exenatide ist … in der Regel unwirtschaftlich. (…) Nutzen und Sicherheit von Exenatide in der Langzeitanwendung sind unbekannt. Sein Stellenwert in der Behandlung des Typ 2-Diabetes ist noch unklar.“
  • Strontiumranelat (zum Beispiel Protelos, Osseor)
    „Bisphosphonate gelten weiterhin als Mittel der Wahl. (…) Eine Umstellung der Behandlung von Strontiumranelat ist allenfalls nach mindestens zwei Frakturen in den letzten zwölf Monaten unter adäquater Vorbehandlung mit Bisphosphonaten bei Abwägung therapeutischer Alternativen in Erwägung zu ziehen.“
  • Palivizumab (Synagis)
    Dieser Hinweis ist eine Überarbeitung des bereits bestehenden Therapiehinweises von 2002. Die Gabe des Passivimpfstoffes ist nur in der Zeit zu Beginn der RSV-Saison (Respiratory Syncytial Virus) und im Alter bis zu 24 Monaten bei bestimmten Begleiterkrankungen wirtschaftlich.

Die Therapiehinweise für Exenatide, Strontiumranelat und Palivizumab sind noch nicht in Kraft getreten. Insgesamt gibt es derzeit Therapiehinweise zu 27 Wirkstoffen.