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Rabatte entlasten Ihre Richtgröße

Stand: 09/2008

Als erste Kasse hat die AOK Rheinland/Hamburg schriftlich zugesagt, dass die Erträge aus den Rabattverträgen aus den Arzneimittelkosten der Praxis herausgerechnet werden. Die KV Nordrhein setzt sich dafür ein, dass auch andere Kassen zusichern, dass die Verordnung von rabattierten Arzneien nicht dazu führt, dass ein Arzt bei der Richtgrößenprüfung auffällig wird.

Seit April 2007 werden Rabattverträge zwischen den Krankenkassen und den Pharmaunternehmen in Apotheken umgesetzt. Die KV Nordrhein empfiehlt den Austausch von Rabattarzneimitteln zuzulassen: also Wirkstoffe zu verordnen bzw. kein Aut-idem-Kreuz zu setzen.

Bei der Abgabe von rabattierten Arzneimitteln in der Apotheke können zunächst höhere Kosten entstehen. Denn der Bruttopreis der Rabattarzneimittel ist unter Umständen höher als der der preiswertesten Generika. Doch keine Sorge, am Ende wird es billiger. Die Kassen gewähren die Rabatte im Nachhinein. Die Höhe hängt zum Teil vom Gesamtumsatz eines Präparates ab.

Würden die Bruttokosten ohne Abzug der Erlöse aus den Rabattverträgen in die Arzneimittelausgaben je Praxis gerechnet, dann würden Ärztinnen und Ärzte unnötig von einem Regress bedroht. Dies könnte besonders bei Rabattverträgen über Originalpräparate der Fall sein, da diese zum Teil 70 Prozent teurer als die preiswertesten Generika sind.

Das will die KV Nordrhein verhindern. Als erste Kasse hat die AOK Rheinland/Hamburg schriftlich zugesagt, dass „bei der Bereitstellung der prüfungsrelevanten Daten die Erträge aus den geschlossenen Rabattverträgen ab 2007“ berücksichtigt werden. Die Bruttoarzneikosten werden nun um die Erträge der Rabatte bereinigt. Die Rabatte werden somit „wie eine Praxisbesonderheit“ anerkannt und können nicht dazu führen, dass ein Arzt einen Regress bekommt.

Neben Rabattverträgen mit Generikaanbietern hat die AOK Rheinland/Hamburg auch Rabattverträge über die Originalpräparate Risperdal consta, Reminyl, Concerta und Trevilor geschlossen.

So funktioniert’s: Rabatte in der Richtgrößenprüfung

Bei einer Überschreitung des Richtgrößenvolumens um mehr als 15 Prozent zieht die Prüfungsstelle von den Bruttoverordnungskosten die Praxisbesonderheiten (PB) ab.

Die Grafik zeigt wie bei Richtgrößenprüfungen die Rabatte und Praxisbesonderheiten berücksichtigt werden.

An dieser Stelle müssen auch die Rabatte (R) berücksichtigt werden. Nur wenn die Kosten nach Abzug von Besonderheiten und Rabatten immer noch mehr als 15 Prozent über dem Richtgrößenvolumen liegen, schreibt die Prüfungsstelle die Praxis an. Diese kann dann – sofern vorhanden – weitere Praxisbesonderheiten angeben.