Logo der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Navigation

Retardierte Opioide - preiswerte Generika verordnen

Stand: 07/2010

Der Austausch von Opioiden im Rahmen der Aut-idem-Regel ist grundsätzlich möglich. Darauf weist die Bundesopiumstelle hin. Jedoch müssen einige Regeln beachtet werden, die den Austausch in der Apotheke erschweren. Daher sollten Sie aus wirtschaftlichen Gründen direkt preiswerte Generika verordnen.

Zunächst können Präparate mit identischen Wirkstoffen ausgetauscht werden, wenn Gehalt (Wirkstoffkonzentration) und Menge, beispielsweise die Tablettenzahl, übereinstimmen. Bei retardierten Opioiden müssen zusätzlich die Freisetzungskinetiken identisch sein. So würde also die Bezeichnung „retard“ nicht ausreichen, um Präparate austauschen zu können. Vielmehr kommt es darauf an, in welchem Zeitraum die Wirkstoffe freigesetzt werden.

Bei Opioidpflastern kommt hinzu, dass neben der Freisetzungsrate auch die Beladungsmenge identisch sein muss. So können beispielsweise Fentanylpflaster mit einer Freisetzungsrate von 25 µg/h nur gegeneinander ausgetauscht werden, wenn auch die Wirkstoffmenge pro Pflaster identisch ist.  Neue Hydromorphon-Generika

Seit Mai sind retardierte Hydromorphon-Präparate im Handel, die zirka 20 Prozent preiswerter sind als das Originalpräparat. Da noch nicht geklärt ist, ob Retardkapseln gegen Retardtabletten im Rahmen von aut idem ausgetauscht werden können, empfehlen wir, direkt ein preiswertes Generikum zu verordnen.

Neue Hydromorphon-Generika
Seit Mai sind retardierte Hydromorphon-Präparate im Handel, die zirka 20 Prozent preiswerter sind als das Originalpräparat. Da noch nicht geklärt ist, ob Retardkapseln gegen Retardtabletten im Rahmen von aut idem ausgetauscht werden können, empfehlen wir, direkt ein preiswertes Generikum zu verordnen.

Beispiel: Wirkstoffverordnung eines Fentanylpflasters

Die Grafik zeigt ein Beispiel zur Wirkstoffverordnung eines Fentanylpflasters
Bild vergrößern

1. Name, Vorname, Geburtsdatum und Anschrift des Patienten

2 Ausstellungsdatum

3. Eindeutige Arzneimittelbezeichnung und Menge des verschriebenen Arzneimittels in Gramm, Milliliter oder Stückzahl der abgeteilten Form. (Die Angabe „1OP“ bzw. „N2“ hinter der Arzneimittelbezeichnung reicht nicht aus.) Angabe der Freisetzungsrate und Beladungsmenge (auf die Angabe der Beladungsmenge können Sie verzichten, wenn sie aus der eindeutigen Arzneimittelbezeichnung hervorgeht).

4. Gebrauchsanweisung mit Einzel- und Tagesgabe oder der Vermerk „gemäß schriftlicher Anweisung“, falls der Patient eine schriftliche Anleitung erhalten hat.

5. Name, Anschrift einschließlich Telefonnummer und Berufsbezeichnung des verschreibenden Arztes, eigenhändige Unterschrift des Arztes, im Vertretungsfall zusätzlich der Vermerk „i.V.“.
(Quelle: Bundesopiumstelle)