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GKV zahlt keine kombinierten Migränemittel mehr

Stand: 04/2010

Migränemittel-Kombinationen können nicht mehr zu Lasten der Krankenkassen verordnet werden. Dieser Ausschluss gilt seit 18. Februar (Arzneimittelrichtlinien, Anlage 3). Der Gemeinsame Bundesausschuss begründet den Verordnungsausschluss damit, dass Arzneistoffe, die zur Behandlung der Migräne kombiniert werden, besondere pharmakokinetische und -dynamische Eigenschaften haben, die eine Monotherapie zwingend notwendig machen.

Migränemittel-Kombinationen hätten ein besonderes Gefährdungspotenzial für das Auftreten von Dauerkopfschmerzen. Weitere Änderungen der Arzneimittelrichtlinie betreffen die freiverkäuflichen Arzneimittel (so genannte OTC-Liste). Hierbei handelt es sich nur um redaktionelle Änderungen:

  • Synthetischen Speichel können Ärzte nur zur Behandlung krankheitsbedingter Mundtrockenheit bei onkologischen oder Autoimmun-Erkrankungen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordnen.
  • Synthetische Tränenflüssigkeit ist verordnungsfähig nur bei Autoimmun-Erkrankungen (Sjörgen-Syndrom mit deutlichen Funktionsstörungen – trockenes Auge Grad 2 –, Epidermolysis bullosa, okuläres Pemphigoid), Fehlen oder Schädigung der Tränendrüse, Fazialisparese oder bei Lagophthalmus.