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G-BA bleibt bei Einschränkung der Verordnungsfähigkeit von Clopidogrel

Stand: 03/2008

Der Wirkstoff Clopidogrel als Monotherapie von bestimmten Gefäßerkrankungen wird künftig nicht mehr zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordnungsfähig sein. Ausgenommen von dieser Entscheidung sind Patientinnen und Patienten mit einer Amputation oder Gefäßintervention aufgrund einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit oder mit diagnostisch eindeutiger typischer Claudicatio intermittens.

Auch sind Patientinnen und Patienten ausgenommen, bei denen eine Unverträglichkeit gegen Acetylsalicylsäure vorliegt. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) und bekräftigte damit eine Entscheidung aus dem vergangenen Jahr.

Der G-BA hatte bereits im Jahr 2004 das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beauftragt, Clopidogrel einer Nutzenbewertung zu unterziehen. Eine Teilfrage galt dem Einsatz in der Monotherapie zur Sekundärprophylaxe bei Patienten mit Gefäßkrankheiten. Das IQWiG kam zu dem Ergebnis, dass in diesem Anwendungsgebiet von Clopidogrel im Vergleich zu Acetylsalicylsäure ein Zusatznutzen lediglich für eine bestimmte Patientengruppe wissenschaftlich belegt ist.

Sie verlassen das Internetangebot der KV NordrheinDer Beschlusstext im Wortlaut

In der Umsetzung dieser Empfehlung hatte der G-BA bereits im Januar 2007 beschlossen, dass Clopidogrel - bis auf die genannte Ausnahme - in diesem Anwendungsgebiet künftig nicht mehr zu Lasten der GKV verordnet werden kann. Diese Entscheidung war im März 2007 vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) aus formalen Gründen beanstandet worden und konnte dadurch nicht rechtskräftig werden.

In dem Beschluss war nach Auffassung des BMG nicht ausreichend deutlich dargestellt worden, für welche Patientengruppen und für welche Anwendungsgebiete eine Verordnungsfähigkeit von Clopidogrel in der Monotherapie besteht und für welche nicht.

In dem nun vorgelegten neuen Beschluss wurde dieser Beanstandungsgrund ausgeräumt. Eine durch den G-BA zusätzlich zum üblichen Stellungnahmeverfahren für betroffene Hersteller angesetzte mündliche Anhörung im September 2007 brachte im Hinblick auf den nun gefassten Beschluss keine neuen Erkenntnisse.



Info
Sie verlassen das Internetangebot der KV NordrheinHomepage des IQWiG

Auf der Internetseite des IQWiG sind sowohl Abschlussbericht als auch weitere Informationen zur Nutzenbewertung von Clopidogrel veröffentlicht. Die Entscheidung des G-BA wird dem BMG zur Prüfung vorgelegt und tritt nach erfolgter Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft.