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Verschreibungspflichtige Antihistaminika zurückhaltend verordnen

Stand: 04/2010

Mit der Heuschnupfensaison wird der Bedarf für Antihistaminika steigen. Verschreibungspflichtige Präparate sollten Sie jedoch sehr zurückhaltend verordnen und die nicht verschreibungspflichtigen, so genannten OTC-Präparate bevorzugt empfehlen beziehungsweise auf einem grünen Rezept verordnen. Hierzu zählen unter anderem Cetirizin oder Loratadin-Generika mit geringer sedierender Wirkung. Nach der Arzneimittelrichtlinie sollen nicht verschreibungspflichtige Präparate zu Lasten der Versicherten verordnet werden, wenn sie notwendig, zweckmäßig und ausreichend sind.

Für die Antihistaminika zur Behandlung des Heuschnupfens bedeutet dies: erst wenn die nicht verschreibungspflichtigen Präparate nicht wirken oder nicht vertragen werden, sollten verschreibungspflichtige Antihistaminika auf einem Kassenrezept verordnet werden. Bei schwerwiegenden Erkrankungen können auch nicht-rezeptpflichtige Arzneimittel auf einem Kassenrezept verordnet werden. Nach der OTC-Ausnahmeliste in Anlage I der Arzneimittelrichtlinie sind die nicht rezeptpflichtigen Antihistaminika verordnungsfähig zu Lasten der Krankenkasse:

  • nur in Notfallsets zur Behandlung bei Bienen-, Wespen-, Hornissengift-Allergien
  • nur zur Behandlung schwerer, rezidivierender Urticarien
  • nur bei schwerwiegendem, anhaltendem Pruritus
  • nur zur Behandlung bei schwerwiegender allergischer Rhinitis, bei der eine topische nasale Behandlung mit Glukokortikoiden nicht ausreichend ist.

In diesen Fällen sind nicht-rezeptpflichtige Antihistaminika ebenfalls die wirtschaftliche Alternative.