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BtM im Notdienst nur auf eigenem Rezept

Stand: 04/2016

Betäubungsmittel im Notdienst müssen Ärzte auf eigenen Betäubungsmittel-Rezepten verordnen. Hierauf weisen wiederholt die Amtsapotheker hin. Eine Verordnung von Betäubungsmitteln (BtM) auf den Rezeptvordrucken eines Arztes, der seinen Notdienst weitergegeben hat, ist ausgeschlossen. Die im Notdienst tätigen Ärzte handeln im Sinne des BtM-Gesetzes grundsätzlich eigenverantwortlich. Daher muss jeder Arzt seine eigenen BtM-Rezepte verwenden und Teil III des Rezeptes drei Jahre nach Ausstellungsdatum geordnet aufbewahren.

BtM-Rezepte können über die Bundesopiumstelle bezogen werden und sind von jedem notdiensthabenden Arzt bereitzustellen. Sie sind personenbezogen, das heißt kodiert mit der individuellen BtM-Nummer des berechtigten Arztes, dem Ausgabedatum und der laufenden Rezept-Nummer.

Das Bild zeigt ein Muster-BtM-Rezept

BtM-Rezepte erhalten Ärzte über die Bundesopiumstelle.

Bei Abwesenheit durch Krankheit, Urlaub oder sonstige Verhinderung dürfen die BtM-Rezepte auf einen anderen Berechtigten übertragen werden. Dieser Vertreter hat bei der Verwendung des BtM-Formblatts zusätzlich zu seinem Vornamen/Namen und den Angaben zu seiner Person den Vermerk „i. V.“ hinzuzufügen.

In besonderen Notfällen ist das Verschreiben von Betäubungsmitteln ohne BtM-Rezept mög­lich. Es empfiehlt sich die Benutzung eines „normalen“ Rezeptformulares (Muster 16). Die Verordnung ist mit dem Vermerk „Notfall-Verschreibung“ zu kennzeichnen. Die verschriebene Menge muss auf das zur Behebung des Notfalls Notwendige beschränkt bleiben. In der Folge hat der Arzt die Pflicht „unverzüglich“ (in der Regel innerhalb einer Woche) mit dem Buchstaben „N“ markiertes BtM-Rezept der Apotheke nachzureichen. Eine Notfall- Verschreibung für Substitutionsmittel im Rahmen von Substitutionsbehandlungen ist nicht möglich.

BtM können für den Notdienst als Sprechstundenbedarf auch von einem nicht niedergelassenen Arzt verschrieben werden. Die Verordnung erfolgt in diesen Fällen ebenfalls auf BtM-Rezepten für den ambulanten Bereich – nicht auf BtM-Anforderungsscheinen. Wird bei der Ausfertigung von BtM-Rezepten der Kassenstempel der Notfallpraxis benutzt, sind der Vorname und Name des verschreibenden Arztes kenntlich zu machen oder zusätzlich zu vermerken. Der Verbleib und Bestand der BtM sind entsprechend zu dokumentieren.

HON