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MCP-Tropfen in geringer Dosierung verfügbar

Metoclopramid-Tropfen (MCP) mit einem Wirkstoffgehalt von mehr als 1mg/ml sind seit April 2014 nicht mehr verkehrsfähig, das betrifft zum Beispiel Paspertin und Generika. Im August 2015 wurde nun die erste MCP-Lösung mit einem Wirkstoffgehalt von 1mg/ml in Deutschland eingeführt.

Das Präparat ist zugelassen bei Erwachsenen um

  • nach Chemotherapie verzögert auftretender Übelkeit und verzögert auftretendem Erbrechen (chemotherapy-induced nausea and vomiting, CINV vorzubeugen).
  • Übelkeit und Erbrechen, die durch Strahlentherapie verursacht werden (radiotherapy-induced nausea and vomiting, RINV), vorzubeugen.
  • Übelkeit und Erbrechen, einschließlich die durch akute Migräne hervorgerufen werden, vorzubeugen. Metoclopramid kann in Kombination mit oralen Schmerzmitteln verwendet werden, um die Resorption des Schmerzmittels bei akuter Migräne zu fördern.

Das Präparat ist zudem bei Kindern und Jugendlichen (im Alter von 1 bis 18 Jahren) zur Vorbeugung von nach Chemotherapie verzögert auftretender Übelkeit und verzögert auftretendem Erbrechen (chemotherapy-induced nausea and vomiting, CINV) als Sekundäroption zugelassen.

Höher dosierte Tropfen wurden wegen kardiovaskulärer und neurologischer Nebenwirkungen des Dopaminantagonisten MCP aus dem Verkehr genommen. Auch bei anderen Formulierungen wie Tabletten oder Zäpfchen hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beispielsweise die Anwendung bei gastrointestinalen Motilitätsstudien, gastroösophagealer Refluxkrankheit und Dyspepsie nicht mehr empfohlen.

HON