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Substitutionsausschlussliste: Lieferengpässe und Zuzahlungen

Präparate der so genannten Substitutionsausschlussliste darf die Apotheke nicht austauschen. Ein anderes Präparat kann die Apotheke nur abgeben, wenn die Praxis das Rezept ändert. Diese Regelung sollte vermeiden, dass Arzneimittel mit enger therapeutischer Breite im Rahmen von Rabattverträgen gegeneinander ausgetauscht werden. Doch wenn die Präparate nicht lieferbar sind, muss das Rezept geändert werden – das bedeutet mehr Arbeit für die Praxen.

Einzelne Präparate, deren Wirkstoffe auf der Liste stehen, sind immer wieder nicht lieferbar; dies wurde beispielsweise für Thyroxin-Präparate berichtet. Der Arzt kann das aber nicht erkennen, wenn er das Rezept ausstellt, denn die Praxissoftware zeigt die aktuelle Lieferfähigkeit nicht an. Auch Apotheken sind auf die Rückmeldungen der Großhändler und der pharmazeutischen Unternehmer angewiesen.

Der Substitutionsausschluss kann auch bei Schilddrüsenpräparaten für Probleme sorgen, da bei L-Thyroxin Henning und bei Thyronajod Henning der pharmazeutische Unternehmer mit dem Preis nicht auf Festbetragsniveau gegangen ist. Die Folge: Patienten müssen zuzahlen, der Betrag liegt bei wenigen Cent bis zu 2,98 Euro pro Packung.

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Substitutionsausschussliste

Die Substitutionsausschlussliste gilt seit dem 10. Dezember 2014 und enthält Wirkstoffe mit Darreichungsformen, die nicht gegen preisgünstigere oder rabattierte Arzneimittel in Apotheken ausgetauscht werden dürfen. Die Liste umfasst derzeit die folgenden Wirkstoffe:

  • Betaacetyldigoxin (Tabletten)
  • Ciclosporin (Lösung zum Einnehmen und Weichkapseln)
  • Digitoxin (Tabletten)
  • Digoxin (Tabletten)
  • Levothyroxin-Natrium (Tabletten)
  • Levothyroxin-Natrium und Kaliumjodid (fixe Kombination, Tabletten)
  • Phenytoin (Tabletten)
  • Tacrolimus (Hartkapseln)