Logo der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Navigation

Substitutionsausschlussliste: Praxisferne Rabatt-Wunschliste der Ersatzkassen

Für Arzneimittel der sogenannten Substitutionsausschlussliste informieren mehrere Ersatzkassen per Brief über ihre bestehenden Rabattverträge. In dem Schreiben werden die Ärzte aufgefordert, bei der Verordnung die Rabattverträge zu beachten und die Medikamente mit dem Präparatenamen gezielt zu verordnen.

Zu beachten seien nicht nur die Verträge der einzelnen Kasse mit verschiedenen Herstellern, sondern auch noch divergierende Laufzeiten der Verträge. „Es ist im Praxisalltag nicht leistbar, sich bei einer Vielzahl von Verordnungen durch Papierlisten zu wühlen oder Recherchen auf den Internetseiten der Krankenkassen zu betreiben, um die Rabattwünsche der Kassen zu erfüllen“, sagt Dr. med. Peter Potthoff, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein.

Zum Hintergrund: Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte im September 2014 eine Liste mit sieben Wirkstoffen veröffentlicht, bei denen die Arzneimittel in der Apotheke nicht im Rahmen von aut idem getauscht werden dürfen. Die Wirkstoffe haben eine enge therapeutische Breite, so dass ein häufiger Präparatewechsel die Wirksamkeit beeinflussen könnte. Praxen müssen deswegen eine „eindeutige“ Verordnung ausstellen; eine Wirkstoffverordnung ist bei den Präparaten nicht möglich.

In dem Schreiben der Ersatzkassen vom 21. April 2015 verlangen diese von den Praxen nun einen erheblichen Mehraufwand. Die Ärzte sollen nicht nur die Präparate auswählen, die im Rahmen der G-BA-Regelung therapeutisch angezeigt sind, sondern auch noch die spezifischen Rabattverträge der jeweiligen Kasse mit verschiedenen Herstellern berücksichtigen. Auch die Laufzeit sollen die Praxen beachten – zwischen Mai 2015 und Juni 2017 gibt es derzeit neun Vertragslaufzeiten.