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Pregabalin-Generika in allen Anwendungsgebieten verordnungsfähig

Im Dezember sind die ersten Pregabalin-Generika in Deutschland zugelassen worden. Die Generika sind für die Behandlung der Epilepsie und von generalisierten Angststörungen zugelassen. Sie können jedoch in allen Indikationen, für die das Referenzarzneimittel Lyrica zugelassen ist, auf einem Kassenrezept verordnet werden.

Mit dem Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) hat der Gesetzgeber klargestellt, dass Arzneimittel im Rahmen von aut idem bereits dann gegeneinander ausgetauscht werden können, wenn sie für ein gleiches Anwendungsgebiet zugelassen sind. Die anderen Voraussetzungen für den Austausch nach § 129 SGB V wie gleicher Wirkstoff, gleiche Darreichungsform und Packungsgröße müssen selbstverständlich erfüllt sein. Nach der Gesetzesbegründung muss aufgrund der Zulassung als Generikum davon ausgegangen werden, dass Generika die gleiche Wirksamkeit in all den Anwendungsgebieten aufweisen, für die das Referenzarzneimittel zugelassen wurde.

Vor diesem Hintergrund können die Pregabalin-Generika sowohl zur Zusatztherapie von partiellen epileptischen Anfällen mit und ohne sekundäre Generalisierung im Erwachsenenalter, zur Behandlung generalisierter Angststörungen bei Erwachsenen als auch zur Behandlung von peripheren und zentralen neuropathischen Schmerzen im Erwachsenenalter eingesetzt werden.

Wir empfehlen, ein preiswertes Generikum zu verordnen und den Austausch zuzulassen, also kein Aut-idem-Kreuz zu setzen. Pregabalin-Generika werden rund fünfzig Prozent unter dem Preis des Originals angeboten. Bei bestehenden Rabattverträgen (auch über das Original) ist davon auszugehen, dass die rabattierten Preise noch unter dem preiswertesten Generikapreis liegen.