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Arzneimittel im Notdienst: Ein paar Besonderheiten

Die Verordnung von Arzneimitteln im Notdienst unterliegt denselben Bestimmungen wie während der normalen Sprechzeiten. Für eine problemlose Belieferung der Rezepte durch die notdiensthabenden Apotheken sollten Ärzte ein paar zusätzliche Punkte beachten:

  • Name und Telefonnummer angeben: die Verordnung muss gemäß der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) neben der Berufsbezeichnung auch den Namen des verordnenden Arztes enthalten. Der Name ist wichtig, damit bei Rückfragen gleich der richtige Ansprechpartner gefunden wird. Wenn das Rezept „i. V.“ unterschrieben wird, muss der Name des Vertreters ebenfalls auf dem Rezept angegeben werden. Eine Telefonnummer auf dem Rezept  erleichtert  den Kontakt.
  • Austausch zulassen: notdiensthabende Apotheken können nachts oder am Wochenende nicht oder nur eingeschränkt vom Großhandel beliefert werden. Daher sollte der Austausch von Präparaten weitgehend ermöglicht werden; also kein Aut-idem-Kreuz setzen oder nach Wirkstoff verordnen.
  • Bei kleinen Antibiotikapackungen kann innerhalb der Spannbreite ausgetauscht werden. So dürfte der Apotheker beispielsweise eine 14er Packung Amoxicillin-Tabletten gegen eine 10er Packung austauschen. Bestenfalls sollte die Therapiedauer vermerkt werden.
  • Wenn ein und dasselbe Arzneimittel häufig im Notdienst verordnet wird, kann es zu Lieferschwierigkeiten der notdiensthabenden Apotheke kommen. Während der Notdienstzeiten ist eine Nachlieferung über den Großhandel  in der Regel nicht möglich. Regionen, in denen sich Ärzte und Apotheker im Vorfeld auf bevorzugte Präparate im Notdienst verständigt haben, haben positive Erfahrungen mit diesem Prozedere gemacht. Es hat sich gezeigt, dass eine vorherige Absprache über die bevorzugten Präparate die Abläufe für beide Seiten erleichtert und damit auch patientenfreundlicher gestaltet.
  • Kleine Packungen: Aus wirtschaftlichen Gründen sollten Sie im Notdienst kleine Packungen verordnen. Besonders eine Dauermedikation mit großen Packungen sollte beim jeweiligen Haus- oder Facharzt stattfinden. Bei der Verordnung von Antibiotika hingegen sollte auch bei der Verordnung im Notdienst der Einnahmezeitraum bis zur nächsten Kontrolle oder dem voraussichtlichen Therapieende abgedeckt werden.
  • Noctu-Zeichen: Wenn der Patient das Rezept außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten einlöst, fällt eine Notdienstgebühr von 2,50 Euro je Rezept an. Es sei denn, in der Praxis wurde das Noctu-Kreuz gesetzt. In diesen Fällen erhält die Apotheke die Notdienstgebühr über die Krankenkasse.
  • Betäubungsmittel: Bei der Verordnung von Betäubungsmitteln (BtM) ist darauf zu achten, dass jeder Arzt seine eigenen BtM-Rezepte verwendet. Im Ausnahmefall können Betäubungsmittel auf einem Kassen- oder Privatrezept verschrieben werden, wenn dieses mit dem Vermerk „Notfall-Verschreibung“ gekennzeichnet ist. Möglichst vor Abgabe des Arzneimittels hat der Apotheker mit dem Arzt Rücksprache zu nehmen. In der Folge hat der Arzt die Pflicht, unverzüglich ein gültiges, mit dem Buchstaben „N“ markiertes BtM-Rezept, der Apotheke nachzureichen. Eine Notfall-Verschreibung für Substitutionsmittel ist nicht möglich.
  • Betriebsstätten- und  Arztnummer angeben: Die Rezepte vollständig ausfüllen. Die Betriebsstätten- und Arztnummer des Dienstinhabers angeben. Ausnahme: siehe BtM-Verordnung.