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Patienteninfo: Allergien und Reisemedikation

Die Nase läuft, und die Augen tränen. Patienten mit Heuschnupfen leiden vor allem im Frühjahr. Viele von ihnen greifen dann auf frei verkäufliche Antihistaminika mit den Wirkstoffen Loratadin oder Cetirizin zurück. Doch darf ein Arzt diese Medikamente auch auf Kassenrezept verordnen? Und was ist, wenn ein Patient einen längeren Auslandsaufenthalt plant? Darf ein Arzt für diese Zeit Medikamente verschreiben? Antworten auf diese Fragen geben zwei neue Patienteninformationen, die die KV Nordrhein in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen im Rheinland erstellt hat.

Das Bild zeigt Urlauber am Strand.

Auch für den Urlaub erhalten gesetzlich Versicherte ihre Medikamente auf Kassenkosten.

Darin wird zum Beispiel erklärt, dass Ärzte nicht rezeptpflichtige Antihistaminika nur im Ausnahmefall auf einem Kassenrezept verordnen dürfen, etwa bei sehr schweren Formen der Nesselsucht oder bei schwerem, lang anhaltendem Juckreiz. Helfen diese Medikamente nicht, kann der Arzt auch verschreibungspflichtige Arzneimittel verordnen, die andere Wirkstoffe enthalten.

Eine weitere Info erläutert die Verordnung von Arzneimitteln für einen längeren Auslandsaufenthalt. Denn wenn gesetzlich Versicherte für längere Zeit im Ausland weilen, ruht der Anspruch auf Leistungen der Krankenkasse. Allerdings ist nicht eindeutig festgelegt, wie lange ein Auslandsaufenthalt sein kann, für den noch ein Kassenrezept ausgestellt werden darf. Als Faustregel gilt: Für einen dreimonatigen Auslandsaufenthalt sind Verordnungen auf Kassenrezept in Ordnung. Befindet sich ein Patient für ein halbes Jahr oder länger im Ausland, ist eine Verordnung für diesen Zeitraum nicht zulässig – auch nicht mit dem Zusatz „Urlaubsbedarf“. Hier läuft der Arzt Gefahr, einen Regress zu zahlen.

HEI