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Dipyridamol plus ASS: Verordnung ausgeschlossen

Die Kombination von Dipyridamol plus ASS (Aggrenox und Generika) dürfen Ärzte nicht mehr auf einem Kassenrezept verordnen. Dies geht aus einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses hervor, der am 1. April 2014 in Kraft tritt.

Grundlage des Beschlusses ist eine Bewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, kurz IQWiG. Das Institut konnte keinen Beleg dafür finden, dass die Kombinationsbehandlung mit Dipyridamol plus ASS einen Zusatznutzen gegenüber einer Monotherapie mit einem Thrombozytenaggregationshemmer (ASS oder Clopidogrel) hat.

Mehr noch: Dem fehlenden Zusatznutzen steht ein Beleg für einen größeren Schaden unter der Kombinationsbehandlung gegenüber. Dieser größere Schaden ergibt sich besonders aufgrund häufiger auftretender schwerwiegender Blutungen in der Langzeittherapie. In der Langzeittherapie gibt es darüber hinaus einen Beleg für häufigere Studienabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse unter der Kombinationsbehandlung; außerdem gibt es einen Beleg für einen größeren Schaden bei der Gesamtrate unerwünschter Ereignisse gegenüber ASS.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat deswegen die Kombinationstherapie von Dipyridamol plus ASS (Aggrenox und Generika) im Vergleich zur Monotherapie mit ASS oder Clopidogrel als therapierelevant unterlegen und damit als unzweckmäßig eingestuft. Die Anlage III der Arzneimittel-Richtlinie wurde um einen entsprechenden Verordnungsausschluss Nr. 53 ergänzt.