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Heparine zum Bridging - wer verordnet?

Stand: 05 / 2013

Bei der Verordnung von niedermolekularen Heparinen (NMH) beim sogenanntem Bridging stehen zwei Fragen im Mittelpunkt: Wer verordnet die Heparine? Und ist die Anwendung außerhalb der Zulassung (off label) zulässig?

Off label:
Vor größeren Operationen werden Patienten, die regelmäßig Aggregationshemmer wie beispielsweise Phenprocoumon (Marcumar) einnehmen, auf Heparine umgestellt, um das Risiko von Blutungen unter der Operation zu verringern. Diese Verordnung von Heparinen geschieht außerhalb der Zulassung. Das Bridging mit Heparinen ist jedoch gängige Praxis, die dem Stand der Wissenschaft entspricht. Die meisten Krankenkassen in Nordrhein haben daher gegenüber der KV Nordrhein erklärt, keine Regressanträge wegen der Verordnung von Heparinen beim Bridging zu stellen. Ebenso übernehmen die Hersteller die Produkthaftung. Die Indikation zum Bridging sollte aber klar gestellt werden, da die Umstellung selbst auch ein Risiko birgt. Bei kleineren chirurgischen Eingriffen stellt das Bridging unter Umständen ein größeres Risiko als die Operation dar. Hierauf weist beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Zahn, Mundund Kieferheilkunde in einer Stellungnahme hin.

Wer verordnet?
Das Bridging mit niedermolekularen Heparinen sollte von dem Arzt durchgeführt werden, der auch die Therapie mit dem oralen Antikoagulans durchführt - in der Regel ist es also eine internistische Indikation.

Denn es handelt sich weiter um eine Therapie oder Prophylaxe von Thrombosen oder Embolien, die nicht vorübergehend vom Operateur übernommen wird. Dies ist auch gegeben, wenn ein Patient für eine Operation kurzfristig stationär aufgenommen wird. Auch dann bleibt das Bridging vor und nach der Operation beim behandelnden niedergelassenen Arzt.