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ASS und ADHS: Arzneimittelrichtlinie geändert

Stand: 05/2013

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Arzneimittel-Richtlinie ergänzt. Die Ergänzungen betreffen die Verordnung von ASS und Vitamin D gemäß OTC-Ausnahmeliste und die Verordnung von Stimulantien bei ADHS für Erwachsene. Die Änderungen treten nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Die Verordnung von Acetylsalicylsäure (ASS) in einer Dosis bis zu 300 mg/Einheit auf einem Kassenrezept ist nun auch möglich bei der Indikation koronare Herzkrankheit, die durch Symptomatik und eine ergänzende nicht-invasive oder invasive Diagnostik gesichert wurde. Somit können Sie ASS als ThrombozytenAggregationshemmer in der Nachsorge von Herzinfarkt und Schlaganfall, nach arteriellen Eingriffen und zusätzlich in der neuen Indikation auf einem Kassenrezept verordnen.

Neben Calcium und Vitamin D kann künftig auch nicht rezeptpflichtiges Vitamin D als Monopräparat verordnet werden, wenn die Calciumzufuhr über die Nahrung ausreichend ist. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die OTC-Ausnahmeliste unter dem Punkt Calciumverbindungen und Vitamin D entsprechend ergänzt. Somit können Sie Calciumverbindungen (mindestens 300 mg Calcium-Ion/Dosiereinheit) und Vitamin D (freie oder fixe Kombination) sowie Vitamin D als Monopräparat bei ausreichender Calciumzufuhr über die Nahrung auf einem Kassenrezept verordnen:

  • zur Behandlung der manifesten Osteoporose,
  • zeitgleich zur Steroidtherapie bei Erkrankungen, die voraussichtlich einer mindestens sechsmonatigen Steroidtherapie in einer Dosis von wenigstens 7,5 mg Prednisolonäquivalent bedürfen,
  • bei Bisphosphonat-Behandlung gemäß Angabe in der jeweiligen Fachinformation bei zwingender Notwendigkeit.

Die Verordnung von Stimulantien für Erwachsene mit hyperkinetischer Störung bzw. ADH/ADHS wurde in Anlage III der Arzneimittel-Richtlinie geregelt. Somit muss die Erkrankung bereits im Kindesalter bestanden haben. Außerdem müssen für die (retrospektive) Diagnose bestimmte Kriterien erfüllt sein, und die Arzneimittel dürfen nur von einem Spezialisten für Verhaltensstörungen bei Erwachsenen und unter dessen Aufsicht angewendet werden.