Logo der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Navigation

Pflichtangaben auf podologischen Verordnungen

Stand: 07/2012

Bei einer podologischen Therapie benötigen die Leistungserbringer eine genaue Diagnose des verordnenden Arztes. Daher muss die Verordnung die Angabe Neuropathie und/oder Angiopathie enthalten.

Bei der Arbeit ausgebildeter Podologen, medizinischer Fußpfleger, nehmen Behandlungen von Patienten mit diabetischem Fuß breiten Raum ein. Denn Ärzte können bei Neuropathie, Angiopathie oder Diabetes mellitus eine podologische Komplexbehandlung verordnen. In der Vergangenheit allerdings kam es bei der Abrechnung podologischer Leistungen immer wieder zu unterschiedlichen Auslegungen der Heilmittel-Richtlinien durch die Krankenkassen. Aus diesem Grund hatten sich der GKV-Spitzenverband, der Verband Deutscher Podologen und der Zentralverband der Podologen und Fußpfleger Deutschland auf unbedingt notwendige Angaben auf einer podologischen Verordnung verständigt. Die so genannte "konkretisierende Arbeitshilfe" ist Bestandteil der Rahmenempfehlungen nach § 125 Absatz 1 SGB V und trat am 1. November 2011 in Kraft. Dabei hat man sich auf den verbindlichen Wortlaut der Heilmittel-Richtlinie (einschließlich Katalog) zurückgezogen.

Konsequenz: Podologen wenden sich verstärkt mit der Bitte um Korrektur von Heilmittelverordnungen an Ärzte. Um eine möglichst reibungslose Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Podologen und Krankenkassen zu ermöglichen, muss die Angabe auf der Verordnung so aussehen, dass die Art des Diabetischen Fußsyndroms aus ihr hervorgeht (siehe Auszug aus Rahmenempfehlung). Die Angabe "Diabetisches Fußsyndrom" allein genügt nicht zur Indikation von Heilmitteln.

Die Heilmittel-Richtlinien forderten schon immer die Angaben Neuropathie und Angiopathie auf der Verordnung. Die genaue Unterscheidung und Angabe ist aber nicht nur eine Frage der Richtlinie, sondern behandlungsrelevant – je nach exakter Diagnose fällt die Behandlung des Patienten unterschiedlich, ja teilweise gegensätzlich aus. Der Podologe benötigt zur Ausführung seiner Behandlung deshalb die differenzierte Feststellung der bestehenden Diagnose durch den verordnenden Arzt.

Bei den Maßnahmen der podologischen Therapie wurde im Heilmittel-Katalog keine Gesamtverordnungsmenge des Regelfalls angegeben. Je nach Dynamik sollen podologische Maßnahmen alle vier bis sechs Wochen durchgeführt werden. Die Begrenzung der Verordnungsmenge (Erst-Verordnung bis zu drei Mal pro Verordnung; Folge-Verordnung bis zu sechs Mal pro Verordnung) soll gewährleisten, dass zwischenzeitlich auftretende negative Veränderungen durch den Arzt erkannt werden können. Aufgrund der niedrigen Behandlungsfrequenz (meist einmal im Monat) sind podologische Verordnungen quartalsübergreifend gültig.