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Regressfalle: Fiktiv zugelassene Arzneimittel

Stand: 03/2012

Bei Verordnung von fiktiv zugelassenen Arzneimitteln können Krankenkassen Regressanträge stellen. In anderen Bundesländern ist das bereits geschehen, in Nordrhein haben die Kassen dies angedroht. Und nach einem Urteil des Bundessozialgerichtes aus dem Jahr 2005 ist dies rechtens. Die Regressanträge beziehen sich insbesondere auf die Präparate AHP und Pentalong.

Weder in der Software des Arztes noch in der Apotheke ist der Zulassungsstatus eines Arzneimittels hinterlegt. Deswegen hat die KV Nordrhein eine Liste fiktiv zugelassener Arzneimittel veröffentlicht. Die KV Nordrhein ist zudem an die Kassen herangetreten, um Anträge fernzuhalten. Die AOK Rheinland/Hamburg hat bereits zugesagt, bis zum 30. Juni 2012 keine Anträge zu stellen. Die Zulassungsbehörden müssen endlich Klarheit zu schaffen, welche Präparate zugelassen sind und welche nicht.

Weitere Informationen und eine Liste fiktiv zugelassener Arzneimittel finden Sie hier:

Was heißt „fiktiv zugelassen“?

Fertigarzneimittel, die bereits vor 1978 im Markt waren, galten mit Inkrafttreten des Arzneimittelgesetzes 1976 als „fiktiv zugelassen“, um weiterhin verkehrsfähig zu bleiben. Sie sollten sich bis 2005 einer Nachzulassung unterziehen und den Nachweis von Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit erbringen. Doch dazu kam es nicht in allen Fällen. Einzelne fiktiv zugelassene Präparate sind ohne Nachzulassung noch immer im Handel. Zum Teil verzögern Gerichtsverfahren eine endgültige Entscheidung.

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