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Stimulantien bei ADHS im Erwachsenenalter

Stand: 07/2011

Für die Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) Erwachsener hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte ein Methylphenidat-haltiges Präparat zugelassen. Bisher war die Weiterbehandlung erkrankter Jugendlicher im Erwachsenenalter mit Stimulantien nur off label möglich, so dass Ärztinnen und Ärzte vor der jeweiligen Verordnung mit der Krankenkasse Rücksprache halten mussten.

Die Verordnung von Stimulantien zur Behandlung der ADHS bei Kindern und Jugendlichen ist in der Arzneimittel-Richtlinie eingeschränkt. Sie dürfen beispielsweise nur von Spezialisten für Verhaltensstörungen oder unter deren Aufsicht vom Hausarzt zu Lasten der GKV auf einem BtM-Rezept verordnet werden. Spezialisten sind Kinderärzte und Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Fachärzte für Nervenheilkunde, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie und ärztliche Psychotherapeuten mit Zusatzqualifikation nach Paragraf 5 Abs. 4 der Psychotherapievereinbarung.

Die Verordnung von Stimulantien für Erwachsene regelt die Arzneimittel-Richtlinie bislang nicht, ein Beschluss ist aber zu erwarten. Die Zulassung des neuen Präparates (Medikinet adult) schränkt die Anwendung jedoch ebenfalls ein. Beispielsweise sollte auch hier die Verordnung nur vom Spezialisten für Verhaltensstörungen erfolgen oder zumindest unter dessen Aufsicht. Zudem ist das Präparat bei Erwachsenen nur zur (Weiter-) Behandlung einer seit Kindesalter bestehenden ADHS einzusetzen.