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Blutzuckerteststreifen-Beschluss gilt ab 1. Oktober 

Stand: 05/2011

Nicht insulinpflichtige Diabetiker erhalten Harn- und Blutzuckerteststreifen nur noch in Ausnahmefällen. Das hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen. Der Beschluss tritt am 1. Oktober 2011 in Kraft.

Demnach können Ärzte ihren gesetzlich versicherten Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, die nicht mit Insulin behandelt werden, Harn- und Blutzuckerteststreifen nur bei instabiler Stoffwechsellage verordnen. Diese instabile Stoffwechsellage kann gegeben sein bei interkurrenten Erkrankungen oder bei Ein- oder Umstellung auf orale Antidiabetika mit hohem Hypoglykämierisiko. Je Behandlungssituation können Ärzte nur noch bis zu 50 Teststreifen verordnen.

Der Beschluss gilt auch für Patientinnen und Patienten, die an einem Disease-Management-Programm Diabetes mellitus Typ 2 teilnehmen. Ausgenommen sind jedoch Frauen mit Gestationsdiabetes.

Bei Berufskraftfahrern sieht das Fahrerlaubnisrecht eine Verpflichtung zur regelmäßigen Blutzuckerselbsttestung vor, wenn die medikamentöse Behandlung mit einem hohen Hypoglykämierisiko behaftet ist. Nach der Rechtsauffassung des G-BA kommen in diesen Fällen nicht die gesetzlichen Krankenkassen für die Kosten der Teststreifen auf. Hier seien andere Leistungserbringer oder der Arbeitgeber in Betracht zu ziehen.