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Stimulantien für Kinder - nur noch vom Spezialisten

Stand: 12/2010

Weitere Änderungen der Arzneimittel-Richtlinien betreffen Stimulantien, Antidiarrhoika und alkoholhaltige Arzneimittel. Eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinien sieht vor, dass Stimulantien ab 1. Dezember 2010 nur noch bei Narkolepsie und zur Behandlung der hyperkinetischen Störung oder ADHS bei Kindern und Jugendlichen im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden können.

Seit 1. Dezember dürfen Stimulantien bei hyperkinetischen Störungen oder ADHS nur von Spezialisten verordnet werden. Das sind laut G-BA-Beschluss:

  • Pädiater
  • Kinder- und Jugendpsychiater und –psychotherapie
  • Nervenärzte, Neurologen und Psychiater
  • Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie
  • ärztliche Psychotherapeuten mit einer Zusatzqualifikation zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen nach Paragraf 5 Abs. 4 der Psychotherapie-Vereinbarungen

Hausärzte dürfen in Ausnahmefällen Folgeverordnungen vornehmen, wenn gewährleistet ist, dass Spezialisten die Behandlung beaufsichtigen.

Bei den Antidiarrhoika, die in Ausnahmefällen zu Lasten der Krankenkasse verordnet werden dürfen, wird Escherichia coli Stamm Nissle 1917 (Mutaflor) bei Säuglingen und Kleinkindern zusätzlich zu Rehydratationsmaßnahmen ergänzt.

Bei alkoholhaltigen Arzneimitteln ist vor einer Verordnung zu prüfen, ob alkoholfreie Medikamente eingesetzt werden können. Das gilt besonders für Kinder und Patienten mit Lebererkrankungen, mit Alkoholkrankheit, mit Epilepsie, mit Hirnschädigung und Schwangere. Die Beschlüsse zu den Antidiarrhoika und alkoholhaltigen Arzneimitteln treten nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.