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KVNO kämpft für Sie: Praxisbetreuung durch DAK unerwünscht

Die Krankenkassen im Rheinland beschäftigen rund 13.000 Mitarbeiter. Ein Teil davon kümmert sich um die Praxen – doch nicht immer stoßen deren Beratungsangebote auf das Interesse der Zielgruppe. Jüngst angeeckt ist die DAK–Gesundheit mit ihren Praxisbetreuern.

Im Mai schrieb die DAK-Gesundheit zahlreiche Praxen im Rheinland an. Unter dem Betreff "Krankenhauseinweisungen" hieß es: "(…) gerne würden wir uns ein Bild über die regionale Versorgungssituation machen."

Doch statt die Ärztinnen und Ärzte zu fragen, hatte sich die Kasse bereits ihr eigenes Bild gemacht: Die Praxen werden im Anhang mit Statistik zum Einweisungsverhalten konfrontiert und auf eine "überdurchschnittliche" Einweisungsquote hingewiesen. Gerne würde man ein Gespräch führen, um die Ursache zu erfahren. Daran hatten die meisten Praxen allerdings kein Interesse. Warum solle man sich auch vor dem Kassenmitarbeiter für eine statistische Abweichung von ein paar Prozentpunkten rechtfertigen? "Wir haben den Brief auf Empfehlung der KV Nordrhein ‚entsorgt' – und seitdem auch nichts mehr von der DAK gehört", berichtet ein Allgemeinmediziner.

Zu Recht: Der Einladung von DAK und Co zu solchen Gesprächen muss kein Arzt folgen. Wenn Sie nicht an einem solchen Gespräch zur Versorgungssituation teilnehmen wollen, brauchen Sie auf die Anfrage nicht zu reagieren; es drohen keine Nachteile. Sinnvoll könnte es allenfalls sein, die Kasse allgemein über lokale Probleme mit Krankenhäusern und Kliniken zu informieren.

Die Grafik zeigt das Logo: KVNO kämpft für Sie

Kontakt:
KV Nordrhein
Redaktion KVNO aktuell
Telefax 0211 5970 9108
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Auf wenig Gegenliebe stieß auch ein anderes Angebot der DAK: Der KV Nordrhein liegen zahlreiche Meldungen darüber vor, dass "Praxisbetreuer" der DAK niedergelassene Ärztinnen und Ärzte aufsuchen, um Diagnosen respektive die ICD-10-Kodierungen zu besprechen, teilt Annemarie Baro, Leiterin der Stabsstelle Recht der Bezirksstelle Köln mit.Das Interesse der Kasse ist klar: Wenn Diagnosen fehlen oder Behandlungen falsch kodiert sind, fließen weniger Mittel aus dem Risikostrukturausgleich. Natürlich kann eine unzureichend abgebildete Morbidität auch nicht im Interesse der Praxen sein, da sie Einfluss auf die Gesamtvergütung hat. Aber: Viele Vertragsärzte empfinden das Vorgehen der DAK als Eingriff in ihre medizinische Entscheidungshoheit und bitten die KV Nordrhein einzuschreiten.

Das haben wir getan, so Baro. "In Einzelfällen haben wir die DAK aufgefordert, die Praxen künftig nicht mehr aufzusuchen. Generell gilt: Sind Beratungsangebote von Kassen-Mitarbeitern in den Praxen nicht erwünscht, können unsere Mitglieder diese ignorieren." Wer ein Gespräch mit den "Praxisbetreuern" führt, kann sicher sein: Die DAK darf die Daten nicht missbräuchlich verwenden. Bedenken Sie dennoch, dass Sie sich außerhalb geregelter Verfahren nicht mit den Kassen-Mitarbeitern über einzelne Patienten austauschen, das gilt insbesondere für Befunddaten.

Nau

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