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Aktuelle Fragen an die Serviceteams und deren Antworten: Umgang mit Überweisungen

Stand: 05/2016

Zum Thema Überweisungen erreichen die Serviceteams immer wieder Fragen. Wir haben häufige Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt.

Müssen Überweisungen noch ausgestellt und angenommen werden?

Ja, das Überweisungsgebot nach § 24 Bundesmantelvertrag – Ärzte (BMV-Ä) ist nach wie vor gültig. Danach muss ein Vertragsarzt diagnostische und therapeutische Leistungen, die von einem anderen Vertragsarzt durchgeführt werden sollen, per Überweisung (Muster 6) veranlassen. In diesen Fällen stellen Sie bitte eine Überweisung aus oder nehmen die vorgelegte Überweisung an.

Legt ein Vertragsarzt/-psychotherapeut bei einem Patienten mit Überweisung einen Originalschein („Ambulante Behandlung“) in der Abrechnung an?

Nein. Wenn der Patient eine Überweisung vorlegt, muss der Arzt diese in der Abrechnung auch als Überweisungsschein anlegen.

Dürfen Überweisungen rückdatiert werden?

Nein. Der auf Überweisung handelnde Arzt darf Leistungen im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung erst erbringen, wenn ihm die Überweisung vorliegt. Sucht ein Patient ohne Abstimmung mit seinem Arzt einen ermächtigten Arzt zur Durchführung einer ambulanten Behandlung auf, kann er keine Überweisung nachträglich verlangen.

Muss nach einer ambulanten Operation eine Überweisung für die postoperative Behandlung vorliegen?

Ja, dafür muss nach Kapitel 31.4 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) eine Überweisung vom Operateur vorliegen. Dieser muss das Operationsdatum und die entsprechende Gebührenordnungsposition aus dem EBM auf der Überweisung vermerken.

Kann ein Patient einen Arzt auch ohne Überweisung aufsuchen?

Ja. Ausgenommen sind laut BMV-Ärzte § 13 Absatz 4 jedoch Fachgruppen, die nur auf Überweisung tätig werden dürfen: Ärzte für Labormedizin, Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Nuklearmedizin, Pathologie, Radiologische Diagnostik bzw. Radiologie, Strahlentherapie und Transfusionsmedizin. Ermächtigte Ärzte können in Nordrhein auch nur auf Überweisung in Anspruch genommen werden.

Kann eine Überweisung auch namentlich an einen Arzt ausgestellt werden?

Aufgrund der freien Arztwahl soll nur die Gebiets-, Teilgebiets- oder Zusatzbezeichnung genannt werden, in deren Bereich die Überweisung ausgeführt werden soll. Eine namentliche Überweisung kann zur Durchführung bestimmter Untersuchungen an hierfür ermächtigte Ärzte bzw. ermächtigte ärztlich geleitete Einrichtungen erfolgen.