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Aktuelle Fragen an die Serviceteams und deren Antworten: Hilfsmittel – ein weites Feld

Blutzuckermessgeräte, Einlagen, Inhalationsgeräte, Prothesen, Rollstühle, Sprachverstärker – es gibt eine Fülle von Hilfsmitteln. Ihre Anwendungsgebiete sind vielfältig. Dabei zeichnen sich alle Produkte durch eine wichtige Gemeinsamkeit aus: Sie helfen Patienten beim Heilungsprozess oder beim Ausgleich einer Behinderung. Zu ihrer Verordnung erreichten die Servicteams jüngst viele Fragen.

Wann ist das Krankenhaus für die Versorgung mit Hilfsmitteln zuständig?

Krankenhäuser sind während der stationären Behandlung generell für Verordnungen von Hilfsmitteln zuständig. Dies legen das Sozialgesetzbuch V (§ 39) und die Bundespflegesatzverordnung (§ 2) fest. Die stationäre Behandlung umfasst nämlich alle Leistungen, die im Einzelfall nach Art und Schwere der Krankheit für die medizinische Versorgung der Versicherten im Krankenhaus nötig sind – hierzu gehören auch die erforderlichen Hilfsmittel.

Gibt es eine Übersicht über die Hilfsmittel, die im Bereich von Pflegeheimen und Pflegestationen verordnungsfähig sind?

Ja, den sogenannten Abgrenzungskatalog. Hier finden sich Hinweise, wann das Hilfsmittel zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (zum Beispiel Muster 16) oder der Pflegekassen (formloses Attest) verordnet wird. Den Abgrenzungskatalog finden Sie im Internet-Angebot der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein.

Gehört die Diagnose auf die Verordnung?

Ja, die Diagnose ist auf der Hilfsmittel-Verordnung anzugeben. Das ist in der Hilfsmittel- Richtlinie fixiert.

In welchem Verzeichnis finde ich die Produkte, die ich als Hilfsmittel verordnen kann?

Die Produkte sind im Hilfsmittelverzeichnis gelistet. Das Verzeichnis enthält die Produkte, die unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten verordnungsfähig sind; die Indikationen sind ebenfalls hinterlegt. Das Verzeichnis ist über das Internet-Angebot der KV Nordrhein abrufbar.

Wie lange ist eine Hilfsmittel-Verordnung gültig?

Die Gültigkeit einer Hilfsmittelverordnung beträgt 28 Kalendertage. Danach ist die Verordnung ungültig.

Welche Verordnungsvordrucke gibt es für Hilfsmittel?

Insgesamt vier: für allgemeine Hilfsmittel (Muster 16), Hörhilfen (Muster 15), Sehhilfen (Muster 8) und für vergrößernde Sehhilfen (Muster 8a).

Sind Produkte, die nicht im Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt sind, verordnungsfähig, zum Beispiel eine Perücke?

Im Einzelfall schon. Das Hilfsmittelverzeichnis bildet einen sehr guten Orientierungsrahmen, gilt aber nicht abschließend. Beispielsweise können Perücken bei verschiedenen Indikationen mit den Krankenkassen abgerechnet werden. Hier würde die Praxis ein Rezept (Muster 16) ausstellen, das dann in der Regel mit der Genehmigung der Krankenkasse dem Hersteller zugestellt wird. Dieser rechnet dann mit der Kasse ab.