Logo der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Navigation

Coronavirus: Praxen vs. Pandemie

Das Virus verbreitet sich weiter. Überall, auch bei uns. Und noch immer steigt die Zahl der Infizierten sehr schnell – auch die Zahl der Todesopfer nimmt zu. Ein Ende der Pandemie ist nicht in Sicht. Die Teams in den Praxen stehen vor einer großen Belastungsprobe und machen nicht nur derzeit einen wichtigen und richtig guten Job.

"Die weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zumindest zu verlangsamen, ist derzeit eine unserer wichtigsten Aufgaben", sagte Dr. med. Frank Bergmann, Vorsitzender der KV Nordrhein schon zu Beginn der Infektionswelle. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Die KV Nordrhein unterstützt die Praxen. Information und Initiativen stehen auf der Agenda des KV-Krisenstabs ganz oben, zum Beispiel:

  • Unterstützung der Einrichtung von inzwischen 22 Diagnosezentren damit Patienten mit entsprechender Symptomatik für Abstriche nicht Praxen und Ambulanzen aufsuchen; das erste, von der KV Nordrhein selbst betriebene Zentrum öffnete am 4. März in Erkelenz.
  • Der Patientenservice 11 6 11 7 bietet telefonisch, im Internet (116117.de) und in der App Informationen und Beratung zum Coronavirus an. Die Arztrufzentrale NRW, die die Anrufe entgegennimmt, hat die KVNO seit Anfang März personell aufgestockt und technisch so modifiziert, dass vorrangig Anrufer aus den besonders betroffenen Kreisen Antworten auf Fragen zum Coronavirus erhalten
  • Medizinische Fachangestellte können sich via Facebook (MFA vernetzt) informieren und Fragen an die KVNO richten. Mit Mailings an alle Praxen, die ihre E-Mail­Adresse zur Verfügung gestellt haben, und via Twitter liefert die KVNO aktuelle Infos. Schnell und kompakt informiert die Website coronavirus.nrw

KVNO organisiert Schutzmaterial

Schutzmaterial wie FFP-Masken und Mund-Nasenschutz (MSN) sind leider nach wie vor Mangelware. Praxen können kaum Nachschub bestellen. Deswegen ist die KVNO eingesprungen, recherchiert ständig bei Lieferanten und hat die Landesregierung und das Bundesgesundheitsministerium einbezogen. Zuerst wurden die Notdienstpraxen in Nordrhein ausgestattet und die besonders betroffenen Gebiete, darunter Heinsberg, Aachen und Köln.

Die Schutzmaterialien FFP2 und 3-Masken, Mund-Nasen-Schutz, Hauben, Handschuhe und Schutzkittel, kommen in unterschiedlich großen Teillieferungen und Mengen an und werden von der KVNO schnell verteilt. Da es aber immer nur überschaubare Mengen sind, verteilt die KVNO nach und nach gebietsweise und nach Dringlichkeit. Derzeit erhalten Hausärzte, Pädiater, HNO-Ärzte, Pneumologen und Radiologen die Materialien – wie gesagt läuft das immer in nur in einzelnen Regionen.

Die Reihenfolge bestimmt der Bedarf beziehungsweise die Betroffenheit der Regionen hinsichtlich der örtlichen Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten und daran Erkrankten. Weitere als die oben genannten Arztgruppen werden im nächsten Verteilungszyklus versorgt.

Wichtig: E-Mailadresse und Faxnummer

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein will Sie schnell und gezielt informieren, zum Beispiel um den Termin und Standort der Ausgabe von Schutzmaterialien durchzugeben. Deswegen bitten wir Sie, uns Ihre E-Mail-Adresse zu melden. Wenn Sie uns bereits eine Adresse durchgegeben haben und diese in der Arztsuche unter kvno.de erscheint, sollten Sie diese noch einmal kontrollieren. Ist die Adresse falsch, teilen Sie bitte den Arztregistern per Fax oder E-Mail die richtige Adresse mit.

Inzwischen sind auf Bundesebene eine Vielzahl von Regelungen rasch umgesetzt worden, um die Praxen zu unterstützen. Hier einige wichtige Beispiele:

AU-Bescheinigung per Telefon

Ab sofort können Ärzte Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege nach telefonischer Rücksprache eine Bescheinigung auf Arbeitsunfähigkeit (AU) für die Dauer von maximal vierzehn Tage ausstellen. Patienten müssen dafür nicht in die Arztpraxis kommen. Diese Sonderregelung gilt zunächst bis 23. Juni; über eine Verlängerung wird je nach Lage entschieden.

Die AU-Regelung gilt für:

  • Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen der oberen Atemwege, die eine leichte Symptomatik zeigen
  • Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen der oberen Atemwege, die eine leichte Symptomatik zeigen, und bei denen außerdem ein Verdacht besteht, dass sie mit dem Virus infiziert sein könnten.

Besteht ein begründeter Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus, so sollte der Arzt den Patienten testen oder ihn informieren, wo er sich testen lassen kann. Ein begründeter Verdacht ist außerdem dem Gesundheitsamt zu melden.

Hinweise zur Abrechnung unter coronavirus.nrw

Videosprechstunde: Versorgung online sichern

Fast alle Ärzte und Psychotherapeuten dürfen jetzt Videosprechstunden unbeschränkt anbieten und abrechnen. Ausgenommen sind lediglich Laborärzte, Radiologen, Nuklearmediziner und Pathologen. Fallzahl und Leistungsmenge bei Videosprechstunden sind nicht mehr limitiert. Die Videosprechstunde ist bei allen Indikationen erlaubt – auch dann, wenn ein Patient vorher noch nicht in der Praxis war. Auch ärztliche und psychologische Psychotherapeuten dürfen alle Leistungen der Richtlinien-Psychotherapie per Videosprechstunde durchführen und abrechnen.

Um Online-Videosprechstunde abzurechnen müssen die Praxen nachweisen, dass sie einen zertifizierten Videodienstleister einsetzen. Darüber hinaus benötigen Praxen:

  • Internetanbindung mit den für Praxen empfohlenen Firewall-Einstellungen
  • Bildschirm (Monitor/Display), Kamera, Mikrofon, Lautsprecher
  • Einwilligung des Patienten (außer bei Psychotherapien reicht das mündlich)

Handlungsempfehlung für Hausarztpraxen

Viele praktische Tipps enthält die S1-Leitlinie "Neues Coronavirus – Informationen für hausärztliche Praxis". Die Leitlinie ist mit neun Seiten kompakt und enthält dennoch wichtige Hinweise zum Beispiel zum Schutz des Praxisteams inklusive Mustertexten zum Abstandhalten. Die Leitlinie ist eingestellt im Portal der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften.

Wiederverwendung von MNS und FFP-Masken

Da Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken in den Praxen und Kliniken angesichts von Lieferengpässen knapp sind, hat das Robert Koch-Institut (RKI) empfohlen, MNS und FFP-Masken wenn nötig mehrfach zu verwenden.

Extrabudgetäre Vergütung

Alle ärztlichen Leistungen, die aufgrund des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus erforderlich sind, werden seit 1. Februar in voller Höhe extrabudgetär bezahlt. Wichtig für die Abrechnung ist, dass die Ärzte alle diese Fälle mit der Ziffer 88240 kennzeichnen. Dies gilt auch, wenn der Patient durch die Terminservicestelle vermittelt wurde. Mehr Infos? Schauen Sie nach auf coronavirus.nrw