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Gebärmutterhalskrebs: Vergütung für Früherkennung festgelegt

30.01.2020

Am 1. Januar 2020 startete das Programm für die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Dafür gibt es im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) mehrere neue Leistungen.

Es geht um das Primärscreening und die Abklärungsdiagnostik zum Zervixkarzinom, die ab diesem Jahr nach der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme durchgeführt werden. Das Screening sieht für Frauen zwischen 20 und 34 Jahren jährlich eine zytologische Diagnostik vor. Neu für Versicherte ab dem 35. Lebensjahr ist, dass sie alle drei Jahre Anspruch auf einen kombinierten Test (Zytologie + HPV-Test) haben.

Diesen Test können ab Jahresbeginn auch die Frauen machen lassen, die 2019 oder 2018 nach den Vorgaben der bisherigen Richtlinie untersucht wurden. In den zwei Jahren zwischen den kombinierten Tests besteht zukünftig nur der Anspruch auf eine klinische Untersuchung.

Seit 1. Januar 2020 erhalten Ärzte für die gynäkologische Untersuchung und Abstrichentnahme im Rahmen des Primärscreenings 19,67 Euro (179 Punkte). Die Abrechnung erfolgt über die Gebührenordnungsposition (GOP) 01761. Sobald die Dokumentation zum Programm mit gesondertem Beschluss in Kraft tritt und aufgenommen wird, steigt die Bewertung auf 23,73 Euro (216 Punkte).

Zwei weitere neue GOP gibt es für die Untersuchung der Abstriche im Primärscreening: die GOP 01762 (81 Punkte/8,90 Euro) für die zytologische Untersuchung und die GOP 01763 (171 Punkte/18,79 Euro) für den HPV-Test. Letztere GOP enthält den Nachweis der High-Risk-HPV-Typen sowie bei positivem Befund die Genotypisierung auf die besonders cancerogenen Typen 16 und 18.

Für gynäkologische Untersuchungen ohne Abstrich, die Ärzte zwischen dem dreijährigen Untersuchungsintervall einmal jährlich (nach der Krebsfrüherkennungsrichtlinie und außerhalb des Programms) durchführen können, wird die GOP 01760 (159 Punkte/17,47 Euro) in den EBM aufgenommen. Die bisherige GOP 01730 für die Krebsfrüherkennungsuntersuchung bei Frauen entfällt.

Zur Abklärung auffälliger Befunde aus dem Primärscreening wird für die Abklärungsdiagnostik mit Abstrichentnahme die GOP 01764 (67 Punkte/7,36 Euro) in den EBM aufgenommen. Die Entnahmematerialien werden der gynäkologischen Praxis vom zytologischen Labor zur Verfügung gestellt.

Die Abklärungskolposkopie nach der GOP 01765 dürfen nur Gynäkologen mit entsprechender Qualifikation und einer Abrechnungsgenehmigung durchführen. Die Untersuchung wird mit 72,30 Euro (658 Punkte) vergütet. Sobald die Dokumentation zum Programm startet, werden auch die Bewertungen der GOP 01764 und 01765 angepasst.

Im Zusammenhang mit der Abklärungsdiagnostik werden für die zytologische Untersuchung die GOP 01766 (288 Punkte/31,64 Euro), für den HPV-Test die GOP 01767 (171 Punkte/18,79 Euro) und für die histologische Untersuchung die GOP 01768 (248 Punkte/ 27,25 Euro) in den EBM aufgenommen.

Sämtliche Leistungen zur Früherkennung eines Zervixkarzinoms und zur Abklärung auffälliger Befunde werden extrabudgetär vergütet – eine Finanzierungsvereinbarung mit den gesetzlichen Krankenkassen wird noch vereinbart.