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Neue Gebührenordungspositionen (GOP) seit 1. Juli

19.07.2019
Resistenztestung vor HIV-Medikation und Indikationserweiterung der GOP 19456

Der Bewertungsausschuss hat nun im Zusammenhang mit der Verordnung der Arzneimittel Delstrigo und Pifeltro für alle therapienaiven Patienten, die keiner der in der MVV-Richtlinie genannten Risikogruppen angehören, eine genotypische Resistenztestung als neue Gebührenordnungsposition (GOP) 32818 in den EBM aufgenommen. Die Leistung ist mit 260 Euro bewertet und wird für zwei Jahre extrabudgetär vergütet.

Gabe des Krebsmedikaments Rubraca: Anpassung im EBM

Zur Prüfung der Anwendungsvoraussetzung des Krebsmedikaments Rubraca wurde die GOP 19456 um fehlende Indikationen erweitert. Diese GOP vergütet die Mutationsanalyse im BRCA1- und BRCA2-Gen als Anwendungsvoraussetzung zur Behandlung eines platin-sensitiven, rezidivierten oder progressiven high-grade epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms. Die GOP ist mit 19.643 Punkten bewertet, was knapp 2.126 Euro entspricht, und wird extrabudgetär vergütet.

„SCID“-Screening bei Neugeborenen wird vergütet

Der Test auf schwere kombinierte Immundefekte ist seit 1. Juli Teil des Neugeborenen-Screenings. Der Bewertungsausschuss hat für das „SCID“-Screening die Vergütung festgelegt, sodass die Laboruntersuchung nunmehr abgerechnet werden kann. Unter dem Begriff „schwerer kombinierter Immundefekt“ (Severe-Combined-Immunodeficiency, SCID) werden verschiedene Krankheiten zusammengefasst, denen eine angeborene schwere Störung des Immunsystems zugrunde liegt. Diese Immundefekte, die unbehandelt häufig zum Tod führen, sollen früher erkannt und dadurch besser behandelt werden können.

Das Erweiterte Neugeborenen-Screening nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 01724 wurde deshalb um die labordiagnostische Untersuchung auf SCID erweitert. Für den zusätzlichen Untersuchungsumfang ist die Bewertung der bestehenden GOP 01724 um 74 Punkte auf 221 Punkte (23,95 Euro) erhöht worden.

Über die Aufnahme einer weiteren Untersuchung zur Früherkennung der spinalen Muskelatrophie (SMA) wird derzeit im Gemeinsamen Bundesausschuss beraten.