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Übergangsfrist bei neu geregelter Gesundheitsuntersuchung

09.04.2019

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Krankenkassen haben sich heute, am 9. April, auf eine Übergangsfrist bei der reformierten Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene verständigt. Für alle gesetzlich Versicherten, bei denen der letzte Check-up im Jahr 2017 stattgefunden hat, ist die Wiederholungsuntersuchung bis zum 30. September möglich.

Seit dem 1. April 2019 haben Patienten ab 35 Jahren nur noch alle drei Jahre Anspruch auf die Check-up-Untersuchung. Patienten zwischen 18 und 35 Jahren haben Anspruch auf einen einmaligen Check-up.

„Die KV Nordrhein begrüßt, dass die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband schnell auf den Unmut in den KVen und vor allem in den Praxen reagiert und zügig eine Regelung gefunden haben. Wir hätten uns eine solche Übergangslösung natürlich früher gewünscht und gerne früher kommuniziert, aber offenbar ist das Ausmaß der durch die Neuregelung entstandenen Probleme erst mit Verspätung in Berlin angekommen“, sagt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein.

In vielen Praxen haben die Änderungen bei der Gesundheitsuntersuchung zum Monatsanfang für Probleme und Ärger gesorgt. Konkret ging es um die Umstellung des Untersuchungsintervalls von zwei auf drei Jahre. Die Übergangsfrist soll verhindern, dass bereits vereinbarte Termine abgesagt werden müssen.

Übergangsfrist bis Ende September

KBV und Krankenkassen haben auf die Kritik reagiert und sich auf eine Übergangsfrist verständigt: Danach ist es möglich, dass für Versicherte, bei denen im Jahr 2017 die letzte Gesundheitsuntersuchung durchgeführt wurde, die Wiederholungsuntersuchung bis zum 30. September 2019 terminiert sein kann.

Für alle gesetzlich Versicherten ab 35 Jahren, bei denen die letzte Gesundheitsuntersuchung im Jahr 2018 (und später) stattgefunden hat, gilt das neue dreijährige Untersuchungsintervall. Wurde 2018 eine Gesundheitsuntersuchung durchgeführt, kann der nächste Check-up wieder ab dem Jahr 2021 erfolgen. Versicherte, die 2019 den Check-up wahrnehmen, haben 2022 wieder Anspruch auf die Untersuchung.

Reform der Gesundheitsuntersuchung

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte im vergangenen Jahr die Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie überarbeitet und damit eine Vorgabe aus dem Präventionsgesetz umgesetzt. Neu ist neben dem längeren Untersuchungsintervall unter anderem, dass Versicherte zwischen dem vollendeten 18. und vollendeten 35. Lebensjahr einmalig zum Check-up gehen können.

Der Bewertungsausschuss hatte daraufhin Ende März die Vergütung angepasst. Seit 1. April gelten die neuen Vorgaben.

Die EBM-Gebührenordnungsposition (GOP) 01732 ist jetzt mit 320 statt bisher 303 Punkten bewertet. Für eine Untersuchung erhält eine Praxis demnach 34,63 Euro extrabudgetär. Auch die Laborleistungen nach den GOP 32880 bis 32882 wurden angepasst. Der Leistungsinhalt ist in der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie enthalten. Der Beschluss steht zwei Monate unter Vorbehalt des Bundesministeriums für Gesundheit.

Übergangsregelung: Die gemeinsame Erklärung von KBV und GKV-Spitzenverband im Wortlaut

„Der Gemeinsame Bundesausschuss hat mit Beschluss vom 19. Juli 2018 die Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie angepasst. Insbesondere wurden die Untersuchungsintervalle für Versicherte ab 35 Jahre von zwei Jahren auf drei Jahre verlängert.

Die neuen Untersuchungsintervalle nach A. Nr. 6 der Richtlinie legen die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband folgendermaßen aus:

Für Versicherte, bei denen im Jahr 2017 eine Gesundheitsuntersuchung nach der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses erbracht worden ist, gilt für Untersuchungen bis zum 30. September 2019 noch das zweijährige Untersuchungsintervall fort.“