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Reha: Neues Formular 61 ab 1. April 2020

29.01.2020

Das Formular für die Reha-Verordnung wird zum 1. April 2020 angepasst. Auf dem geänderten Formular können Ärzte ankreuzen, dass sie einem pflegenden Angehörigen eine stationäre Reha verordnen, auch wenn es ambulante Möglichkeiten gibt. Der Grundsatz „ambulant vor stationär“ ist also hier nicht zu beachten, weil es für pflegende Angehörige schwierig sein kann, eine ambulante Reha in den Tagesablauf zu integrieren.

Das überarbeitete Formular 61 löst das bisherige zum 1. April ab, die bisherigen Formulare gelten dann nicht mehr. Praxen sollten daher rechtzeitig neue Formulare bestellen; sie sind über den Formularversand erhältlich. Das neue Reha-Formular wird auch in den Praxisverwaltungssystemen hinterlegt sein.

Nicht nur das Ankreuzfeld für pflegende Angehörige ist neu auf dem Formular. Pflegende Angehörige können sich wünschen, dass der Pflegebedürftige während der Rehabilitation in ihrer Reha-Einrichtung oder in einer anderen Einrichtung (zum Beispiel Kurzzeitpflege) betreut wird. Die gewünschte Versorgungsform kreuzen Ärzte auf dem neuen Formular an.

Unter Umständen kann der Pflegebedürftige nicht mit in der Reha-Einrichtung aufgenommen werden. Dann muss die Kranken- beziehungsweise Pflegekasse seine Betreuung für die Zeit organisieren, in der der pflegende Angehörige in der Reha-Einrichtung ist. Sprechen medizinische Gründe gegen die Mitaufnahme des Pflegebedürftigen, geben Ärzte diese unter „Sonstiges“ an. Dies kann etwa bei schweren Erschöpfungssyndromen oder depressiven Störungen des pflegenden Angehörigen der Fall sein.

Wichtige Änderungen auf dem Reha-Formular

Formularbereich Das ändert sich
Teil A und Teil B Abschnitt I. A. „Rehabilitationsbegründende Funktionsdiagnosen“ Die rehabilitationsbegründenden Diagnosen sollen künftig als „Funktionsdiagnosen“ angegeben werden. Außerdem fallen die Ankreuzfelder zur „Seitenlokalisation“ weg. Sofern Angaben dazu notwendig sind (rechts, links, beidseitig), können sie im Freitextfeld der Diagnose aufgeführt werden.
Teil B Abschnitt II. A „Kurze Angaben zur Anamnese und zu Krankenhaus- und Facharztbehandlung“ Ärzte sollen neben den Angaben zur Anamnese auch Angaben zu Krankenhaus- und Facharztbehandlung machen, wenn diese für die Rehabilitation relevant sind.
Abschnitt II. G „Nicht nur vorübergehende Beeinträchtigungen der Aktivitäten/Teilhabe“ In den Kategorien „Mobilität“ und „Selbstversorgung“ kann jetzt für jede Aktivität (zum Beispiel „Stehen/Gehen“ oder „Essen/Trinken“) einzeln angekreuzt werden, ob eine Beeinträchtigung besteht.
Abschnitt VI. C Zuweisungsempfehlungen Neu ist der Punkt „C. Weitere Bemerkungen/Begründungen“. Das neue Feld soll angekreuzt werden, wenn es sich um eine medizinische Reha für einen pflegenden Angehörigen handelt.

Mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz wurde Anfang 2019 für pflegende Angehörige der Anspruch geschaffen, auf ärztliche Verordnung und mit Genehmigung der Krankenkasse auch dann stationäre Rehabilitation zu erhalten, wenn vom medizinischen Gesichtspunkt her eine ambulante Versorgung ausreichend wäre.

Als pflegende Angehörige gelten Versicherte, die Pflegebedürftige (Pflegegrad 1 bis 5) nicht erwerbsmäßig in deren häuslicher Umgebung pflegen. Dazu zählen Familienmitglieder sowie Verwandte, es können aber beispielsweise auch ehemalige Ehepartner sein.

Frank Naundorf