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Nach der Reform ist vor der Reform

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

der Start ist geglückt: Seit Anfang Januar gibt es nur noch eine Nummer für den Ärztlichen Bereitschaftsdienst und für die Terminvermittlung. Unsere Terminservicestelle ist jetzt unter der 11 6 11 7 rund um die Uhr zu erreichen. Große technische Probleme in der Arztrufzentrale blieben aus, auch wenn in den ersten Tagen noch nicht alles nach Wunsch lief. Seit der zweiten Januarwoche aber läuft der Betrieb rund. Wir werden Sie sehr bald ausführlich darüber informieren, wie sich diese für die Patientensteuerung so wichtige Schnittstelle entwickelt.

Das Termin-Servicegesetz, die Servicestelle und die 11 6 11 7 gehören zu den Themen, die uns nun schon lange beschäftigen und weiter beschäftigen werden. Das gilt auch für den Einheitlichen Bewertungsmaßstab, der zum 1. April kommt.

Wir bestreiten nicht, dass die Ziele, die sich mit dem „neuen“ EBM verbanden, richtig waren – erreicht worden aber ist keines davon. Ohne zusätzliche Mittel für die beabsichtigte Förderung der sprechenden Medizin und die Anhebung des durchschnittlichen Arztlohns bleibt es bei einer Umverteilung des Honorars – ohne Gewinner. Der Grund für dieses ernüchternde Ergebnis ist einfach: Die Einigung hat einen Webfehler. Man kann nicht Leistungen fördern und die Einnahmesituation der Niedergelassenen verbessern wollen, ohne dafür zusätzliches Geld bereitzustellen. Der neue EBM ist ein politisches Nullsummenspiel – aber keine Reform.

„Reform“ ist auch das Zauberwort bei der Notfallversorgung, an deren Neuorganisation die Politik weiter arbeitet – der Referentenentwurf aus dem Hause Spahn liegt auf dem Tisch. Es zeigt sich mal wieder: Gute Argumente machen sich bezahlt. Den zunächst angedachten dritten Sektor für die Notfallversorgung oder die Übertragung des Sicherstellungsauftrags auf die Länder wird es nicht geben. Es ist gut, dass regionale Strukturen und Kooperationen anerkannt werden. Fast alle unsere Notdienstpraxen befinden sich an Kliniken, viele sind bereits sogenannte Portalpraxen, deren Aufgaben und Ausgestaltung weitgehend den vom Minister gewünschten Integrierten Notfallzentren entsprechen. Die sollen unter fachlicher Leitung der KVen stehen– das sind einige Schritte in die richtige Richtung.

Herzliche Grüße

Das Bild zeigt den Vorstand der KV Nordrhein.

Herzliche Grüße

Dr. med. Frank Bergmann
Vorstandsvorsitzender
Dr.  med. Carsten König, M. san.
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender