Logo der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Navigation

Offen für gute Argumente aus der Ärzteschaft

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

der Bundesgesundheitsminister geht mit gutem Beispiel voran: Jens Spahn ließ die Zuhörer beim großen Ärztetreff der Rheinischen Post am 30. Oktober 2019 wissen, dass er sich am Vortag gegen Grippe impfen ließ. Leider fragte seine Gesprächspartnerin die Heilberufler im Publikum nicht, wer sich schon hat impfen lassen – ob die Quote im Saal höher gewesen wäre als beim Durchschnitt der Bevölkerung? Stattdessen beantworteten die Zuhörer durch Handzeichen die Frage, was sie vom Impfen in der Apotheke halten – und die Ablehnung war deutlich.

Auch wir haben unsere Ablehnung gegen derlei Modellprojekte, wie sie im Masernschutzgesetz vorgesehen sind, zusammen mit den FALK-KVen deutlich artikuliert. Wir wollen die Impfraten erhöhen, aber das Impfen ist Sache des Arztes. Wir kennen unsere Patienten, was nicht nur bei den Risikogruppen, die der Impfung besonders bedürfen, wichtig ist. Wir bieten in unseren Praxen die räumlichen und hygienischen Voraussetzungen, die nötige Privatsphäre und können mit Komplikationen umgehen. Statt die Bedingungen fürs Impfen zu verschlechtern, sollte die Bundesregierung lieber nachhaltig Impfengpässe beseitigen oder Impfberatungen honorieren, auch unabhängig von einer anschließenden Impfung.

Beim genannten Ärztetreff betonte Spahn, dass er offen sei für gute Argumente aus der Ärzteschaft – den Beweis dafür hat er bei der Verbesserung der psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung, die im Gesetz zur Reform der Psychotherapeutenausbildung verankert wird, erbracht. Denn der Gemeinsame Bundesausschuss soll auf Vorschlag der GroKo-Fraktionen bis 31. Dezember 2020 eine berufsgruppenübergreifende, koordinierte und strukturierte Versorgung komplex Erkrankter regeln, inklusive psychiatrischer und weiterer Versorgungsbereiche.

Das dürfte Ihnen bekannt vorkommen, denn von dieser strukturierten Versorgung profitieren in Nordrhein schon fast 8000 Patienten, die seit Ende 2017 an unserem Projekt zur neurologisch-psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung teilnehmen. Hier zeigt sich, wie aus regionalen und sachkundig konzipierten Innovationen Blaupausen für die Politik auf Bundesebene werden.

Das Bild zeigt den Vorstand der KV Nordrhein.

Herzliche Grüße

Dr. med. Frank Bergmann
Vorstandsvorsitzender
Dr.  med. Carsten König, M. san.
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender