Logo der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein

Navigation

Sechs von sieben Covid-Patienten werden ambulant versorgt

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe, in der wir die vielen Informationen der vergangenen Wochen für Sie aufbereitet haben, durften wir eine leidenschaftlich geführte Debatte um „Lockerungen“ der coronabedingten Kontaktbeschränkungen verfolgen. Nach Wochen des Stillstands steigt der Druck und mancherorts die Ungeduld. Es ist klar, dass es eine Perspektive für die Öffnung der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens geben muss. Aber auch die Befürworter einer zügigeren Lockerung wollen sich nachher nicht vorwerfen lassen, die Gesundheit der Menschen riskiert zu haben.

Wir sind skeptisch, ob die Zeit reif ist für Entwarnungen. Den Weg, den das Land Nordrhein-Westfalen verfolgt, insbesondere mit der Öffnung der Schulen, sehen wir kritisch – trotz der Verpflichtung, sogenannte Community- Masken zu tragen. Fest steht: Mit Unterricht, geöffneten Läden und weiteren Lockerungen entsteht eine neue Situation, die ein wieder steigendes Infektionsrisiko birgt. Es ist daher zu früh, Strukturen und Prozesse, die wir mit vielen Partnern etwa bei den Diagnosezen tren hergestellt haben, jetzt schon infrage zu stellen.

Was die „neue Normalität“ für den Praxisbetrieb bedeutet, bleibt abzuwarten. Sicher werden sich wieder mehr Patienten melden, und das ist auch gut so. Wir haben deutlich gemacht, dass unsere Mitglieder die ambulante Regelversorgung auch in der Pandemie-Zeit aufrechterhalten haben – mit außerordentlichem Engagement und Mut zur Improvisation. Wir nennen die Zahl gern: Sechs von sieben Covid-Patienten werden ambulant versorgt – dafür möchten wir uns bei Ihnen allen herzlich bedanken!

Natürlich hat die Gesamtzahl der Patienten abgenommen. Deshalb brauchen wir fraglos finanzielle Hilfen. Der Gesetz geber hat einen „Schutzschirm“ für Praxen zugesagt, den wir mit den Krankenkassen aufspannen müssen. Es ist dringend nötig, hier jetzt zügig konkrete Absprachen zu treffen.

Allerdings sind wir dabei auch auf die Fairness der Vertragspartner angewiesen, die sich zuletzt nicht unkompliziert verhalten haben, etwa bei der ungelösten Frage der Kostenübernahme von Corona-Reihentests in Pflegeheimen. Hier muss die Politik eine einfach umsetzbare Lösung schaffen. Über diese und alle anderen Fragen halten wir Sie in unseren Medien auf dem Laufenden – besonders aktuell und schnell auf coronavirus.nrw.

Das Bild zeigt den Vorstand der KV Nordrhein.

Herzliche Grüße

Dr. med. Frank Bergmann
Vorstandsvorsitzender
Dr.  med. Carsten König, M. san.
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender